11.04.16

„Eine gute Wahl für Österreich“

Am Rande der Luftfahrtmesse in Dubai hat Patrick Moulay, Vizepräsident für weltweites Marketing des Hubschrauberherstellers Bell, Militär Aktuell Fragen zur militärischen Neuauflage des Jet Rangers beantwortet.

Der 407 könnte in Hinkunft auch in Österreich landen. Wegen des Ölpreisverfalls haben im vergangenen Jahr viele hubschrauberabhängige Plattformbetreiber Bestellungen storniert. Hat diese Entwicklung auch auf den Militärmarkt durchgeschlagen?
Eher nein. Da wir im sogenannten „Offshore-Segment“ kein allzu großer Player sind, hatten wir 2015 ein gutes und stabiles Jahr, wenn auch kein sensationelles. Andere Hersteller größerer Hubschrauber waren von dieser Entwicklung sicher mehr betroffen. Wir haben insgesamt dieselbe Anzahl Maschinen ausgeliefert wie 2014, wobei sich der Militärbereich sehr erfreulich entwickelt hat.

Eine Rolle dürfte dabei auch das Modell 407 spielen, das vor einigen Jahren auch in Zeltweg zu sehen war.
Das war damals der bewaffnungsfähige 407GT. Inzwischen sind wir beim 407GX und dessen bewaffnetem Ableger, dem 407MRH, angelangt. Parallel arbeiten wir auch an anderen militarisierten Plattformen, etwa auf Basis der 350-mal verkauften Serie 505 und künftig dem 525.

Bleiben wir beim 407MRH, in den Bell große Hoffnungen setzt. Ein erster Kunde sind die Vereinigten Arabischen Emirate?
Ja, die VAE haben 56 Stück bestellt und davon bereits 50 erhalten. Unser US-Partner Northstar realisiert in Abu Dhabi die Einrüstung der Bewaffnung, eines Nachsicht-Missionscockpits, eines IR-TV-Sensors und diverser Selbstschutz-Features.

Georg Mader

Patrick Moulay, Vizepräsident für weltweites Marketing des Hubschrauberherstellers Bell.

Laut Northstar sind 407MRH der UAE auch schon im Jemen-Krieg zum Einsatz gekommen?
Wenn die das sagen … (lächelt). Das Etikett „einsatzerprobt“ ist für uns jedenfalls nichts Schlechtes.

Österreichs Bundesheer könnte bald neue Mehrzweckhubschrauber beschaffen. Ist das für Bell ein Thema?
Definitiv, wir hatten dazu auch schon Team-Meetings. Die konkrete Bewerbung wird dann wohl von unserer Europa-Zentrale am Prager Flughafen betreut. Eine 407er-Version wäre jedenfalls eine gute Wahl für Österreich, nicht zu groß, günstig im Betrieb und auch noch vielseitig einsetzbar …

… und wie ihr Urahn, der 206er Jet Ranger, der lange zur Luftflotte des Bundesheeres gehörte, ein ziviler Entwurf?
Ja, im Zivilbereich ist der 407 bereits gut verankert, mit dem Notarztdienst Air Methods haben wir etwa einen 10-Jahres-Großauftrag für bis zu 200 Stück abgeschlossen. Darauf können wir auch im militärischen Bereich kostenseitig aufbauen.

Text & Bilder: Georg Mader

Diese Webseite verwendet Cookies. Durch das Nutzen dieser Seite sind Sie mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Datenschutzerklärung

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close