05.06.18

Jahrgang „Hauptmann Neusser“

Der jüngste Jahrgang von Berufsoffiziersanwärtern an der Theresianischen Militärakademie hat im Zuge eines Festaktes offiziell seinen Namen und die dazugehörigen Abzeichen verliehen bekommen.

Die Tradition der Namensgebung und der Verleihung von Jahrgangsabzeichen besteht seit 1966. Der Name, der stets aus der österreichischen Militärgeschichte stammt, wird durch die Angehörigen des Jahrganges selbst gewählt. Die damit verbundene Tat sowie die Eigenschaften und Tugenden des Namensträgers sollen für die Militärakademiker Ansporn zur Nachahmung sein.

Als Jahrgangspatron wählten die Angehörigen des neuen Jahrganges Karl Neusser. Karl Neusser wurde am 11. Juni 1874 in der Nähe von Brünn in der heutigen Tschechischen Republik ge­boren. 1894 trat Neusser als Einjährig-Freiwilliger in das Feldjägerbataillon 17 ein. 1896 zur Landwehr transferiert, versah er Dienst bei den k. k. Landwehr- Infanterieregimentern 9, 25 und schließlich 31. Den Ausbruch des Ersten Weltkrieges erlebte der zum Hauptmann aufgestiegene Neusser als Kompaniekommandant an der russischen Front.

Militärakademie-Kommandant Generalmajor Karl Pronhagel verlieh den Berufsoffiziersanwärtern  ihr Jahrgangsabzeichen.

Militärakademie-Kommandant Generalmajor Karl Pronhagel verlieh den Berufsoffiziersanwärtern ihr Jahrgangsabzeichen.

Im Juli 1915 zeichnete er sich durch die Sicherung des Bugüberganges bei Cieląż in Ostgalizien besonders aus. Mit seiner Kompanie vom Rest des Regimentes abgeschnitten, ergriff er aus Eigenantrieb die Initiative und führte einen Gegenstoß gegen die angreifenden russischen Truppen. Er erreichte so eine Wiederherstellung des Frontabschnittes und verhinderte die Einschließung von Tausenden Soldaten. Für diese Waffentat wurde ihm in das Ritterkreuz des Militär-Maria-Theresien-Ordens zuerkannt. Von Oktober 1916 bis März 1918 kommandierte Karl Neusser das 3. Bataillon des Schützenregimentes 31 in Galizien und letztendlich in den Kämpfen am Piave an der Südfront. 1921 wurde Karl Neusser als Oberstleutnant in das Bundesheer der 1. Republik übernommen und versah im Alpenjägerregiment 12 in Innsbruck Dienst. 1924 wurde er zum Oberst befördert und 1925 in den wohlverdienten Ruhestand entlassen. Oberst Karl Neusser verstarb am 29. Juli 1947 in Wien. Der Jahrgang wählte Karl Neusser als Jahrgangspatron, weil er vorbildhaft handelte. Das Erkennen der Notwendigkeit initiativ zu handeln, Mut, persönliches Führen von vorne, überlegtes und bewusstes Handeln in die Gefahr hinein, der Einsatz auch in einer kritischen Situation im Sinne des Ganzen und der Kameraden sind für jeden Offiziersanwärter zu bewundernde und nachzuahmende Ideale.

Das Abzeichen besteht aus einem länglichen, goldumrandeten, schwarzen Grundschild. Im unteren Bereich findet sich die stilisierte Darstellung eines Schlachtfeldes. Darüber erhaben das weiß emaillierte Kreuz des Militär-Maria-Theresien Ordens. Im oberen Bereich findet sich eine goldene Banderole mit schwarzem Schriftzug: Hauptmann Neusser. Das Wappenschild schließt im unteren Bereich mit einer schwarzen Banderole und dem in Gold gehaltenen Schriftzug „Treu bis in den Tod“.

Text: Theresianische Militärakademie, Fotos:  Bundesheer/Thomas Lampersberger, Bundesheer/Gerhard Seeger

Diese Webseite verwendet Cookies. Durch das Nutzen dieser Seite sind Sie mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Datenschutzerklärung

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close