18.10.18

„Es macht einfach Freude mit der Truppe zu arbeiten!“

Die Jägerkompanie Sankt Pölten übte im September unter dem Kommando des Jägerbataillon NÖ – Kopal am Truppenübungsplatz Allentsteig. StWm Markus Edl führte zu diesem Anlass das folgende Interview mit dem Kompaniekommandanten Hptm Leopold Greil.

Wie lange sind Sie schon beim Bundesheer?
Greil: Ich habe meinen Grundwehrdienst begonnen im Jahr 2000, nach meinem Studium, und seit damals somit dabei, also auch schon einige Jahre mittlerweile. Ich bin ausgebildeter Jäger, habe einige Jahre im Auslandseinsatz verbracht, LOT gemacht in Bosnien-Herzegowina und bin dann milizmäßig in die Verwendung gekommen, zunächst als KpKdt 1. JgKp / JgB NÖ. Es hat danach einige Umschichtungen gegeben. Es sind dann die neuen selbstständig strukturierten Milizkompanien gekommen und ich bin gefragt worden, ob ich den KpKdt der JgKp Sankt Pölten machen möchte. Ich habe mich sehr gefreut über die neue Herausforderung und da bin ich jetzt.

Hauptmann Leopold Greil, Kompaniekommandanten der Jägerkompanie Sankt Pölten.

Hauptmann Leopold Greil, Kompaniekommandanten der Jägerkompanie Sankt Pölten.

Wunderbar. Was sind Sie im Zivilberuf?
Greil: Ich bin im Zivilberuf Leiter der Flughafensicherheit am Flughafen Innsbruck. Um zu präzisieren, dass kein falscher Eindruck entsteht: ich gehöre der Firma Securitas Dienstleistungen an, welche die Sicherheitskontrollen an verschiedenen regionalen Flughäfen in Österreich durchführt. Hier bin ich verantwortlich für die Mannschaft der Firma Securitas und dem Sicherheitsbüro des Flughafens, welches uns mit den Sicherheitskontrollen beauftragt. Dieses umfasst die Röntgenkontrollen, Gepäckskontrollen, Visitierung und Streifentätigkeiten, somit alle jene Leistungen, welche im Rahmen von Sicherheitskontrollen an Flughäfen gemacht werden.

Sie sind jetzt bei dieser Übung zum ersten Mal in der Funktion als KpKdt der JgKp Sankt Pölten tätig. Wie geht es Ihnen dabei und wie sind die ersten Eindrücke?
Greil: Ich bin bei dieser Übung zwar zum ersten Mal in der Funktion als KpKdt dieser Einheit tätig, aber wie eingangs erwähnt, war ich zuvor schon KpKdt und habe mich in dieser Rolle auch ganz gut zurechtgefunden. Es macht einfach Freude mit der Truppe zu arbeiten und hier auch etwas weiterzubringen. Mein Anspruch ist: ich möchte mich nicht am Schlechtesten orientieren, sondern am Besten. Ich möchte nicht herumjammern, sondern das Übungsziel erreichen. Wenn dies am vorgegeben Weg nicht schaffbar ist, dann muss man improvisieren, dass es gelingt, um dem Kommandanten ein Ergebnis vorzeigen zu können. Mir geht es mit der Objektschutzkompanie Sankt Pölten ausgezeichnet, ich habe ein neues Kader übernommen, welches ausgesprochen gut und qualifiziert ist. Wie ich das erste Mal die Mannschaft antreten habe lassen, hatte ich ein sehr gutes Gefühl von dem, was ich dabei gesehen habe. Das Gefühl hat sich verstärkt. Ich habe gestern am Abend noch eine Einweisung für die Übung gemacht. Dabei habe ich meine Soldaten angesehen und meinen ersten Eindruck bestätigt gefunden. Auch meine Beobachtungen heute am Schießplatz: es funktioniert tadellos und ich kann keinen „Milizschlendrian“ erkennen! Es funktioniert, wie es sein soll. Wenn ich über meine Aussicht über die Zukunft dieser Kompanie gefragt werde, denke ich, dass dies eine sehr sehr gute Kompanie wird, wenn wir so weitermachen.

Was sind Ihre Erwartungen?
Greil: Meine Erwartungen sind in erster Linie, dass ich die Kompanie personalmäßig voll besetze. Wir haben aufgrund der Verfügbarkeit des Personals derzeit nur zwei Züge, welche top sind. Gemäß OrgPlan haben wir jedoch fünf Züge zu stellen. Weiters sind meine Erwartungen, dass einige sich als Funktionspersonal in der Miliz qualifizieren können. Ich freue mich über die Zusammenarbeit mit aktivem Personal und ich bin sehr dankbar dafür.

Was sind Ihre Pläne für die Zukunft?
Greil: In nächster Zeit jedenfalls die Kompanie weiter zu entwickeln und das Schutzobjekt konkret zu erarbeiten. Wir waren bis dato noch nicht vor Ort und haben hier noch keinen konkreten Kampfplan beziehungsweise Plan der Durchführung, je nachdem, welchen Auftrag wir dann haben, entwickelt. Dies wird für die nächste Zukunft das Ziel sein, hier vor Ort zu gehen und Kontakte mit den Verantwortlichen zu schließen, weiters personalmäßig voll zu besetzen und uns insgesamt höher zu qualifizieren.

Meine letzte Frage an Sie: abschließende Worte zur Miliz?
Greil: Das Bundesheer bietet viele Möglichkeiten und ich freue mich, dass ich da bin und ich denke auch, dass sich unsere Kameraden der Sache hier durchaus bewusst sind. Unsere Ausbildung führt nicht ins Sinnlose und wir haben hier die Möglichkeit uns höher zu qualifizieren, in vielerlei Hinsicht, nicht nur in militärisch fachlicher, sondern auch vom Persönlichen. Wir lernen mit einem anderen Umfeld umzugehen. Wir kommen alle aus einem zivilen Beruf hierher und bringen Erfahrungen im Militär ein, aber umgekehrt auch wieder mit. Und das sehe ich als große Chance. Weiters funktioniert die Zusammenarbeit mit meinem Kader ausgezeichnet und wir aber eine hervorragende Kultur des Miteinanders, welches auf die Mitarbeiter im zivilen Leben übertragen werden kann. Ich bin absolut überzeugt, dass die Leute nicht hier wären und so ambitioniert, wie sie sind, wenn sie nicht selber den Vorteil sehen würden, bei der Miliz sein zu dürfen.

Interview: Jägerbataillon Niederösterreich/StWm Markus Edl, Fotos: Jägerbataillon Niederösterreich – Kopal

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