17.12.18

„Qualität wird an Letalität gemessen“

Auf der Eurosatory in Paris hat die österreichische Hirtenberger Defense Systems (HDS) über ihre britische Niederlassung eine Zusammenarbeit mit ST-Engineering aus Singapur verkündet. Gemeinsam soll in Europa das Absatzpotenzial für die mobilen und semi-automatischen 120-mm-Granatwerfer (SRAMS) von ST-Engineering mit in NATO und EU eingeführter HDS-Munition optimiert werden – ein Gespräch mit HDS-Vizepräsident Carsten Barth.

Michael Barth ist Vizepräsident von Hirtenberger Defense Systems (HDS).

Michael Barth ist Vizepräsident von Hirtenberger Defense Systems (HDS).

Herr Barth, was ist die Grundidee hinter der Zusammenarbeit mit ST-Engineering?
Damit haben wir eine Kapazitätslücke geschlossen. Wir haben qualifizierte und in Europa beziehungsweise der NATO verwendete Munition, die ebenso bekannt ist wie unsere konventionellen 60-, 81- und 120-mm-Mörser. Aber heute braucht es in der Feuerunterstützung echte mobile Fähigkeiten, nicht mehr ein gezogenes System mit zwei Rädern – der Unterschied kann über Leben und Tod entscheiden.

Inwiefern?
Die europäischen NATO- und EU-Staaten bekamen 2014 in der Ostukraine sehr anschaulich demonstriert, wie sehr präzises – in dem Fall russisches – radargelenktes Gegenfeuer ganze Einheiten binnen Minuten vernichten kann. Im Konflikt mit einem modern gerüsteten Gegner bleiben heute nach dem Feuern nur mehr wenige Minuten, um die Stellung zu wechseln – bestenfalls. Abgeprotzte Werfer mit 80-kg-Platte sind dafür viel zu unbeweglich.

Georg MaderDas heißt, Sie und Ihr asiatischer Partner peilen den europäischen Markt an?
Ja, weil wir hier im Gegensatz zu unserem Partner am Markt eingeführt sind, aber auch weil wir bei den bis vor Kurzem jahrelang geschrumpften Armeen gute Absatzmöglichkeiten sehen. Wir verfolgen den Ansatz der Einrüstung von SRAMS samt HDS-Munition und Feuerleitsystem in vorhandene Fahrzeuge – der Ankauf neuer Fahrzeuge ist nicht notwendig. Dank der innovativen Rückstoß-Dämpfung auf nur 26 Tonnen ist das System eine gute Alternative zu selbstfahrender Artillerie, deren Neubeschaffung Jahre dauert und mindestens das Zehnfache kostet.

An welche Fahrzeuge denken Sie dabei? 6×6, 8×8 oder Kettenfahrzeuge?
Die Einrüstung ist in praktisch allen Typen möglich, bis hin zu 4×4 und sogar Hägglunds-artigen Fahrzeugen.

Und was trägt die HDS-Munition bei?
Durch die Präzision und die um 60 Prozent gesteigerte Qualität beispielsweise unserer neuen ConFrag-Munition, kann mit weniger Granaten mehr und viel raschere Wirkung erzielt werden, wodurch weniger Gewicht mitgeführt werden muss. Qualität wird in unserem Geschäft immer noch an Letalität gemessen.

Interview & Bilder: Georg Mader

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