18.12.18

Hightech Mammut

Anfang Oktober übergab Verteidigungsminister Mario Kunasek die neuen Dekontaminationssysteme Mammut an die Truppe. Die acht neuen Fahrzeuge ersetzen die drei Jahrzehnte alten ABC-Dekontaminationsfahrzeuge ÖAF S-LKW.

Infografik Militär AktuellDas neue Dekontaminationssystem Mammut ist vielseitig einsetzbar und unterstützt bei der Abwehr von radiologischen, biologischen und chemischen Gefahrenstoffen durch Personendekontamination, Waffen- und Gerätedekontamination, Infrastrukturdekontamination und Dekontamination von sensiblem Gerät. Im Gegensatz zu den alten Fahrzeugen ÖAF S-LKW ermöglicht das 36 Tonnen schwere Mammut einen gleichzeitigen Einsatz von Personendekontamination sowie Waffen- und Gerätedekontamination. Nach Katastrophen oder terroristischen Anschlägen kann das Mammut außerdem für die Dekontamination von Gebäuden, Straßen, Grenzkontrollstellen, wichtigen Einrichtungen – und durch die neue Technologie von Heißgas-/Heißdampfkammer sowie einer Vakuumkammer – auch sensiblen IKT-Geräten wie etwa Funkgeräten oder Mobiltelefonen eingesetzt werden, wie uns Vizeleutnant Andreas Hämmerle (Hauptlehrunteroffizier für Dekontamination) im Interview bestätigt.

Vizeleutnant  Andreas Hämmerle  ist Hauptlehrunter- offizier für  Dekontamination.

Vizeleutnant Andreas Hämmerle
ist Hauptlehrunteroffizier für
Dekontamination.

Herr Vizeleutnant, was zeichnet das Mammut aus?
Die Effizienz und die Handhabung! Die Fahrzeugtechnik ist im Vergleich zu unseren bisherigen Fahrzeugen – Baujahr 1988 – völlig neu und ermöglicht neue Dekontaminationsverfahren und ein vielseitigeres und leichteres Arbeiten. Deshalb ist der Chemieverbrauch bei besseren Ergebnissen maßgeblich geringer und der Wasserverbrauch bei der Dekontamination von Personen ist von 2.500 auf 600 Liter pro Stunde gesunken.

Wie wurden die Aufgaben vor der Anschaffung des Mammut bewältigt?
Früher wurden die Geräte mittels einer Nassdekontamination dekontaminiert und nachher entsorgt. Genauso wurden kontaminierte Bekleidungsgegenstände dekontaminiert. Mit dem System Mammut wird die Bekleidung nun mittels der Heißgas-/Heißdampfkammer dekontaminiert und kann der Truppe später wieder zugeführt werden. Auch kann jetzt die Dekontamination von oben mittels Kran und von unten mittels Bodensprühdüsen durchgeführt werden. Bei den vorigen Systemen hatten wir diese Fähigkeit nicht.

Fährt sich das Mammut anders als ein gewöhnlicher Lkw?
Trotz seines Gesamtgewichts von 36 Tonnen fährt er sich dank seines vollautomatischen Schaltgetriebes genauso gut wie ein 16-Tonner. Die Länge von 10,5 Metern spürt man allerings in den Kurven, wo man trotz zwei gelenkter Achsen öfters reversieren muss.

Text: Hans Schneeweiss, Illustration: Militär Aktuell

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