10.04.19

Schweizer nehmen Jets unter die Test-Lupe

Jet-Tests über den Alpen: Die Schweiz will in den kommenden Jahren 30 bis 40 neue Jagdflugzeuge und Boden-Luftabwehr um bis zu 8 Mrd. Euro beschaffen und testet dazu nun die in Frage kommenden Typen auf Herz und Nieren.

Georg MaderDie neuen Jets sollen von 2025 an sowohl die restlichen 26 F-5E/F Tiger als auch die dann betagten amerikanischen F-18-Jäger ablösen. Noch gibt es dazu keinen Typenentscheid, eine wichtige Entscheidungshilfe sollen nun aber ausgiebige Testläufe werden. Wie das Schweizer Verteidigungsministerium bekannt gab, werden in den kommenden Wochen Piloten der Schweizer Luftwaffe alle fünf in Frage kommenden Typen (Eurofighter, Gripen E, F/A-18 E/F Super Hornet, F-35A, Rafale B) auf ihre Praxistauglichkeit hin testen. Das ist nicht billig, die Tests kosten insgesamt knapp zehn Millionen Euro, was für viel Kritik in der Bevölkerung und auch von anderen Politikern sorgt.

Für Militäraviatik-Experte und Militär Aktuell-Autor Georg Mader sind die Tests trotzdem eine gute Idee, wie er im Gespräch mit dem SRF ausführt: „In der Tat klingt das kompliziert und ist teuer. Sicher weiss man heute mehr über die Kampfjets als bei der letzten Evaluation vor einigen Jahren – als etwa das in Frage kommende Gripen-Modell erst auf dem Papier existierte. Trotzdem sind die heute vorhandenen Daten der Jets nicht 1:1 auf die Schweiz umzulegen. Dabei spielen die Schweizer Alarmstart-Bedingungen, die Flugbeschränkungsgebiete oder die Berge eine Rolle. Es macht deshalb durchaus Sinn, die Flugzeuge in der eigenen Umgebung zu testen.“

Damit die Ergebnisse der Tests auch Grundlage einer objektiven Beschaffung sein können, müsse man dabei vollständige Transparenz herstellen, so Mader weiter: „Dabei muss nicht nur über die Ergebnisse der technischen Evaluation eine Information erfolgen, sondern auch über die Preise. Die Verantwortlichen dürfen sich in dem ganzen Prozess nicht vor den medialen Karren spannen lassen, bloss um das Verfahren abzukürzen.“

Das vollständige Interview können Sie hier nachlesen und nachhören.

Text: Redaktion, Bild: Georg Mader

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