30.08.19

Garnisonsübungsplatz in Lochau/Hörbranz wird Naturschutzgebiet

Der Garnisonsübungsplatz in Lochau/Hörbranz in Vorarlberg liegt genau bei der Mündung der Leiblach in den Bodensee und ist – da die Leiblach sowohl in Österreich als auch in Deutschland als Europaschutzgebiet ausgewiesen wurde – Europa(Natur)schutzgebiet geworden. Als Übungsplatz kann das Gebiet nicht kommerziell genutzt werden.

Bundesheer/Koppitz

Vizeleutnant Markus Koppitz legte sich auf die Lauer und konnte ein Foto von dem scheuen Tier machen.

Durch den Verkauf der Kaserne in Lochau wird der Übungsplatz nur mehr selten genutzt. Lediglich die Soldaten der Kaserne Bregenz, die Militärmusiker während ihrer Basisausbildung und die Pioniere gelegentlich zur Wasserausbildung, nutzen den Übungsplatz. So entstand über die Jahre ein naturbelassener Raum. Verschwundene Tier- und Pflanzenarten kehrten wieder zurück. Zwei Tiere sind dabei besonders hervorzuheben:

Nachdem Biber über 350 Jahre in Vorarlberg ausgestorben waren, sind die Vegetarier seit 2006 auch hier wieder heimisch. Die überwiegend nachtaktiven Nager sind hervorragende Schwimmer und gewandte Taucher. Im Sommer wenig auffällig, hinterlassen Biber in der kalten Jahreszeit deutliche Spuren, da sie Bäume fällen, um an die Rinde zu gelangen. In vielerlei Hinsicht sind auch die optisch auffälligen Eisvögel bemerkenswert. Ihre Nahrung, vor allem kleine Fische, erbeuten sie durch Stoßtauchen, in dem sie sich kopfüber ins Wasser stürzen. Ganzjährig eisfreie Gewässer sind daher unverzichtbar. Und ihre Gelege erbrüten sie in Niströhren, die sie in senkrechte Uferabbrüche bauen. Aufgrund dieser hohen Ansprüche sind Eisvögel selten geworden.

Wald im Wasser. Das Reich des Bibers und vieler anderer Tiere.

Wald im Wasser. Das Reich des Bibers und vieler anderer Tiere.

Die Ausbilder der Garnison Bregenz sind sich der besonderen Bedeutung ihres Übungsplatzes im Naturschutzgebiet bewußt und passen ihre Ausbildung den Jahreszeiten und den damit verbundenen besonderen Bedürfnissen der Tiere an. So werden hauptsächlich die offenen Geländeteile genutzt, Wassertümpel und engster Lebensraum der Biber ausgespart und mit Knallmunition sparsam umgegangen. Ganz wenige Zivilisten wagen sich ins Innere des Übungsplatzes, da die obligatorischen gelben Bundesheertafeln vor dem Verlassen der Wege wegen Blindgänger warnen. So können sich einerseits die Wildtiere besonders in der Nacht frei bewegen, die Soldaten den nahen Übungsplatz jedoch perfekt nutzen.

 

Text: Militärkommando Vorarlberg, Bilder: Bundesheer/Koppitz Markus & Bundesheer/Pehr

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