19.01.20

Eurofighter-Fertigung: Kein Ende in Sicht

Rückblick auf den 19. Jänner 2004: Damals flog Franz Six (heute Kommandant des Überwachungs-Geschwaders) als erster Österreicher in einem deutschen Vorserien-Zweisitzer.

Rückblick auf den 19. Jänner 2004: Damals flog Franz Six (heute Kommandant des Überwachungs-Geschwaders) als erster Österreicher in einem deutschen Vorserien-Zweisitzer.

Zwischen 13. und 17. Februar 2003 flogen in allen vier Herstellerländern des Eurofighter-Konsortiums die jeweils ersten Serienmaschinen, übrigens alles Zweisitzer. Knapp 17 Jahre später stehen die letzten beiden Serienmaschinen aus dem Grundrahmenvertrag kurz vor Auslieferung – je eine an die spanischen und italienische Luftwaffe. Großbritannien und Deutschland haben bereits im September und Dezember ihre letzten Flugzeuge in Dienst genommen. Ohne der von den vier Nationen nicht umgesetzten Tranche-3B, gingen insgesamt 160 Stück an die RAF, 143 an die Luftwaffe, 96 an die italienische AMI und 73 an die spanische Ejército del Aire.

Dazu kamen die 15 für den Erstexportkunden Österreich, 72 für Saudi-Arabien, 12 für den Oman sowie 28 für Kuwait und 24 für Katar. Die Jets der beiden letztgenannten Aufträge werden ab heuer über die nächsten Jahre beliefert. In Warton, Manching, Caselle und Getafe wird dafür weitergebaut, die Endmontage erfolgt in Caselle und Warton. Insgesamt steht man damit bei 623 Maschinen – eine Zahl die kein modernes, nicht-amerikanisches Kampfflugzeug der jüngeren Geschichte erreicht hat.

Und es könnten noch mehr werden: In Europa steht der Eurofighter in Finnland und der Schweiz zurzeit im Wettbewerb um neue Aufträge, in beiden Ländern übrigens als möglicher Ersatz von F/A-18. Ein jähes „Loch“ oder gar ein Ende der Fertigung ist auch deshalb nicht zu erwarten, weil Deutschland bald für 38 weitere Tranche-3 (eine späte deutsche Tranche-3B sozusagen) unterschrieben wird, welche 32 Maschinen aus der Tranche-1 ersetzen sollen. Darüber hinaus sollen alle deutschen Tranche-2 und -3 unter dem Projekt „Quadriga“ auf das elektronisch-strahlschwenkende AESA-Radar Captor-E umgerüstet werden. In weiterer Folge soll Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer ebenfalls heuer eine Grundsatzentscheidung über die Tornado-Nachfolge ab 2025 treffen, das könnte – im Rennen ist theoretisch auch die F-18EF/FG – nochmals 85 Mehrrollen-EF bedeuten, plus 12 bis 24 als Spezialversionen zur elektronischen Kriegsführung mit großen Störbehältern an den Flügelmittelstationen. Die Herstellerfirma brachte dazu schon mal die Bezeichnung Tranche-4 ins Spiel, auf der Pariser Flugshow 2019 wurde dazu eine LTE (Long Time Evolution) -Studie um rund 50 Millionen Euro vergeben. Jene untersucht bis Ende 2020 die Integration von neuen Technologien, künstlicher Intelligenz, einer neuen Mensch-Maschine-Schnittstelle, Cybersicherheit und der wohl nötigen Steigerung der EJ-200 Triebwerksleistung um rund 15 Prozent.

 

Text & Bild: Georg Mader

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