30.01.20

Bundeswehr: Viel Kritik vom Wehrbeauftragten

Seit Mai 2015 übt Hans-Peter Bartels in Deutschland die Funktion des Wehrbeauftragten aus und wie die anderen vor ihm legt der SPD-Politiker jedes Jahr einen Wehrbericht vor: Was läuft, was nicht? Wo gibt es Missstände? Worüber beklagen sich die Soldaten? Welche Lösungen wünschen sie sich?

Ein deutscher Eurofighter während der Wartung am Fliegerhorst Laage.

Ein deutscher Eurofighter während der Wartung am Fliegerhorst Laage.

Äußerte er in seinem Bericht schon in den vergangenen Jahren zahlreiche Kritikpunkte, so fällt die aktuelle Zusammenfassung von Bartels beinahe vernichtend aus. Bartels geisselt vor allem das „Bürokratiemonster“ Bundeswehr und ruft nach dem IKEA-Prinzip, also „aussuchen, bezahlen und mitnehmen“ anstelle von „maßgeschneiderten und individuellen“ Lösungen. Statt des Kaufs von der Stange setzten die Beschaffer Bartels zufolge immer noch zu sehr auf an die Anforderungen der Truppe angepasste und adaptierte Lösungen, die in der Beschaffung allerdings deutlich langsamer zulaufen und schlussendlich in Form gar nicht mehr so neuer Geräte bei der Truppe ankommen.

Zudem weigert er sich zu akzeptieren, dass es sieben Jahre dauern soll, bis 100 Leopard-Panzer A7 modernisert sind, während derselbe Hersteller für einen Fremdkunden am Golf 50 neue A7 ab zwei Jahren liefern kann. Weitere Kritikpunkte sind der um 134 Monaten verspätet und um 1,3 Milliarden Euro teurer gelieferte Tiger-Kampfhubschrauber sowie der Zustand der Marine, die derzeit über nur neun anstelle der 15 geplanten Kampfschiffe verfügte. Aufholbedarf gäbe es zudem beim Personal, aktuell seien 21.000 Funktionen unbesetzt, bei der Luftwaffe könnten folgedessen nur 53 Prozent der besonders kritischen technischen Dienstposten besetzt werden, bei der Artillerie sind es immerhin 70 Prozent.

 

Text & Foto: Georg Mader

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