18.03.20

„Ankara hat bereits ein Angebot für Su-57E erhalten“

Militär Aktuell sprach auf der Dubai Airshow mit dem Direktor für internationale Kooperationen des russischen staatlichen Rüstungskonzerns Rostec, Viktor
Kladow, unter anderem über S-400, Su-57 und den Iran.

Hersteller

Das russische Luftabwehrsystem S-400 wird weltweit stark nachgefragt.


Wie steht es aktuell um die russischen Rüstungsexporte?
2018 lag Russland mit einem Marktanteil am globalen Geschäft von 21 Prozent hinter den USA mit 36 Prozent, aber deutlich vor Frankreich mit 6,8 Prozent. Von 2019 haben wir noch keine finalen Zahlen, aber die zehn in den weltweiten Top 100 gelisteten russischen Konzerne verkauften Güter und Dienstleistungen im Gesamtwert von 32,9 Milliarden Euro. Das ist gleichauf mit 2018, fünf Unternehmen verzeichneten Zuwächse, fünf Einbußen.

Die Türkei hat zuletzt Interesse am Su-57, dem russischen Stealth-Jäger der 5. Generation, angemeldet, da die Auslieferung des F-35 von den USA wegen Ankaras Ankauf russischer S-400 Luftwabwehr (Bild oben) blockiert wird.
Das stimmt und die Türkei hat auch bereits ein Angebot erhalten und denkt darüber nach. Formell ist Ankara immer noch Teil des F-35-Programms. Sollten sie die Entscheidung treffen, dort auszusteigen, ist unsere Industrie bereit, Su-35 oder Su-57E zu bauen und auch zu liefern.

Der Su-57E ist die Exportversion des Su-57?
Richtig. Dieser wurde vergangenen Sommer vorgestellt und neben der Türkei sind auch Indien, China und die Vereinigten Arabischen Emirate mögliche Käufer. Teile
könnten auch in diesen Ländern hergestellt werden – sofern
die technischen Voraussetzungen eine Produktion zulassen.

Viktor Kladow ist Direktor der russischen Rüstungs-Staatsgesellschaft Rostec.

Viktor Kladow ist Direktor der russischen Rüstungs-Staatsgesellschaft Rostec.

Die UdSSR hat sich militärisch und mit ihrer Rüstungsindustrie stark in Afrika engagiert. Täuscht der Eindruck oder richtet Russland nun seinen Fokus wieder verstärkt auf die Region?
Der Eindruck täuscht nicht. Russland hat in den vergangenen Jahren Militär- und Sicherheitsabkommen mit vielen afrikanischen Ländern geschlossen. 2018 gingen 17 Prozent unserer Produkte nach Afrika, obwohl Ägypten zum Nahen Osten zählt, in den weitere 16 Prozent gehen. Dieser Anteil dürfte in Zukunft steigen, Kairo hat bereits 2017 einen Vertragsentwurf für neue Su-35 unterzeichnet.

Was tut sich abseits von Kampfflugzeugen?
Da russische Systeme immer öfter erfolgreich in regionalen Konflikten eingesetzt werden, können wir – den Sanktionen der USA und der EU zum Trotz – viele Wachstumsmärkte für uns nutzen. Aktuell gibt es großes Interesse am Luftabwehrsystem S-400 und dessen Radars, etwa von Saudi-Arabien und Katar. Potenzial sehen wir auch im Iran, der nach dem Nukleardeal von 2015 im Oktober wieder Zugang zum internationalen Rüstungsmarkt erhält. Der Bedarf Teherans umfasst Flugzeuge und Panzer,  gepanzerte Fahrzeuge, großkalibrige Artillerie, Kampfhubschrauber, Kriegsschiffe und Raketensysteme.

 

Interview: Georg Mader, Bilder: Georg Mader & Hersteller

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