Schweiz: Airbus, Dassault, Boeing, Lockheed-Martin, Eurosam und Raytheon Patriot bekommen aufgrund der Auswirkungen der Corona-Pandemie drei Monate mehr Zeit für ihre Kampfflugzeug- und Luftabwehr-Angebote.

Aufgrund der weltweit schwierigen Lage im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie werden die zweiten Offerten für neue Kampfflugzeuge und für neue Systeme zur bodengestützten Luftverteidigung grösserer Reichweite in der Schweiz (Projekt Air2030) für November 2020 erwartet. Mit diesem neuen Termin reagiert das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (kurz VBS) auf den Umstand, dass auch die Herstellerfirmen von den Massnahmen wie Reisebeschränkungen oder Home-Office betroffen sind und physische Gespräche nicht möglich sind. Auf den weiteren Fahrplan der Beschaffung hat dieser neue Termin keine Auswirkung.

armasuisse hat im Januar 2020 die zweite Offertanfrage für neue Kampfflugzeuge und für neue Systeme der bodengestützten Luftverteidigung grösserer Reichweite an die Regierungsstellen der in Frage kommenden Herstellerfirmen übergeben. Erhalten haben die Offertanfrage für neue Kampfflugzeuge Deutschland (Airbus Eurofighter), Frankreich (Dassault Rafále) und die USA (Boeing F/A-18 Super Hornet und Lockheed-Martin F-35A) und für Bodluv GR Systeme Frankreich (Eurosam SAMP/T) und die USA (Raytheon Patriot). Die Kandidaten wurden aufgefordert, ihre Offerten bis August 2020 einzureichen.

@U.S. Air Force photo by Master Sgt. Donald R. Allen
Der F-35A ist einer der Kandidaten, der in Zukunft die Luftraumüberwachung der Schweiz sicherstellen soll.

Die Covid-19-Pandemie hat weltweit Massnahmen ausgelöst, von denen auch alle Kandidaten der Herstellerländer betroffen sind. Mitarbeitende fallen aus oder können aufgrund der Vertraulichkeit der Dossiers im Home-Office nicht durchgehend wie am Arbeitsplatz an den Offerten arbeiten. Zudem erschweren die Reisebeschränkungen physische Gespräche zwischen Vertretern der Kandidaten, der Schweizer Industrie und dem VBS. Gespräche mit Schweizer Industrievertretern sind notwendig, um insbesondere die Umsetzung der Vorgaben für Kompensationsgeschäfte voranzutreiben und können aufgrund der Klassifizierung der zu besprechenden Themen nicht immer durch Telefon- oder Videokonferenzen ersetzt werden.

Das VBS hat deshalb entschieden, den Herstellern drei Monate länger Zeit zu lassen. Die zweiten Offerten müssen im November 2020 eingereicht werden. Die Kandidaten erhalten so die Möglichkeit, die Offerten mit der geforderten Qualität einzureichen.

Auf den weiteren Fahrplan der Beschaffung hat dieser neue Termin keine Auswirkung. Mit den Informationen aus der zweiten Offerte und den Erkenntnissen aus den verschiedenen Erprobungsaktivitäten wird der Gesamtnutzen jedes Systems ermittelt. Die Resultate fliessen zusammen mit einer umfassenden Risikoanalyse in den Evaluationsbericht, in dem der jeweilige Gesamtnutzen des neuen Kampfflugzeugs bzw. des neuen Systems der bodengestützten Luftverteidigung grösserer Reichweite den Beschaffungs- und Betriebskosten für 30 Jahre gegenübergestellt wird.

Informationen zum Programm und zum weiteren Programmablauf können hier nachgelesen werden. Hier geht es zu weiteren Berichten rund um Lockheed-Martin, hier zu Meldungen rund um Boeing und hier zu weiteren Meldungen rund um Dassault Aviation.

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