Im Zuge der fortschreitenden Integration von zuvor getrennt „schlagenden” Wirkmitteln steht die militärische Luftfahrt vor einem Novum, welches für künftige Kampfflugzeuge (Tempest, FCAS) Alltag sein soll: Der Einsatz sogenannter selbstfliegender „Wingmen”. Vorerst dürfte das Teaming von Transportflugzeugen aus erprobt werden. Ganz vorne dabei ist Airbus Defence & Space, das laut eigenen Angaben bei der Geradts GmbH eine Träger- und Auswurfkonstruktion entwickeln ließ, mit der unbemannte Luftfahrzeuge (englisch UAVs oder UAS) aus dem Frachtraum eines Airbus A400M-Militärtransportflugzeugs ausgeworfen und abgesetzt werden können.

@Airbus
Die Drohnen sollen während des Flugs über die Heckklappe abgesetzt werden können.

Das nun vor der Flugerprobung stehende Projekt ist das Ergebnis einer Kooperation zwischen Airbus als A400M-Integrator, der erwähnten Geradts GmbH für den Startmechanismus und der SFL GmbH aus Stuttgart für die UAV-Integration, unterstützt durch Simulationen der DLR (Deutsche Anstalt für Luft- und Raumfahrt). Ein sogenannter „agiler Design- und Entwicklungsansatz” an Standorten in Deutschland und Spanien, ermöglichte offenbar einen – trotz Covid-Beschränkungen – rekordverdächtig kurzen Entwicklungszeitraum von nur sechs Monaten vom Design bis zum für die Flugerprobung bereiten Prototypen. Die unbemannte Nutzlast dürfte laut freigegebenem Foto- und Videomaterial anfangs wohl eine Zieldarstellungs- und keine Sensordrohne sein.

„Wir mußten in der Simulation eine sichere Trennung des UAV vom A400M erarbeiten, ebenso Sicherheitsverfahren für dessen Besatzung”, so UAV Launcher-Projektleiter Andreas Heckman (siehe Video unten). „Parallel haben wir einen UAV-Startmechanismus entwickeln lassen, um Drohnen von einem fliegenden A400M-Flugzeug aus nach hinten zu starten und abzusetzen. Stellen Sie sich ein Einsatzszenario vor, in dem kurzfristig mehrere auch weiter entfernte Sensorträger erforderlich sind. Mit einem A400M – der in Europa schon weit verbreitet ist – kann man je nach Bedarf mehrere UAVs starten.”

Die Entwicklung des A400M als UAV-Träger ist (erster „anfaßbarer”) Teil der auf das europäische Kampfflugzeug der 6. Generation ausgerichteten Initiative „Innovationen für FCAS” (14 FCAS), deren Pilotphase mit Ende 2020 abgeschlossen wurde. Während jener arbeiteten 18 innovative Akteure an 14 Projekten in verschiedenen Bereichen, welche die gesamte Bandbreite der FCAS-Elemente abdeckten: Dabei ging es unter anderem um die Thena „Combat Cloud”, um multiple Konnektivität, eub System von Systemen, sogenannte „loyale Flügelmänner”, neue Sensoren und vieles mehr.

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