Von 12. bis 22. Juli befand sich das Akademikerbataillon der Theresianischen Militärakademie auf dem Truppenübungsplatz Lizum/Walchen. Insgesamt über 500 Offiziersanwärter und Soldaten hatten die Reise von Wiener Neustadt nach Wattens angetreten, um auf dem Hochgebirgsübungsplatz zu trainieren.

„Der Truppenübungsplatz wird von der Zivilbevölkerung als Naherholungsgebiet sehr geschätzt und genutzt. Doch für uns Soldaten bietet er eine einmalige Gelegenheit, den Gebirgskampf unter realen Bedingungen zu trainieren”, sagte Tirols Militärkommandant, Brigadier Ingo Gstrein. Er freut sich, dass die Theresianische Militärakademie die Möglichkeiten dieses Truppenübungsplatzes bei ihrer Schieß- und Lehrübung nutzt.

Nach einem intensiven Semester in den Lehrsälen mit Power Point und Word galt es für die Offiziersanwärter nun, ihr theoretisches Wissen in der Praxis auf 1.400 bis 2.880 Metern Seehöhe anzuwenden. Als Übungsanlage wurde angenommen, dass eine Minderheit im Wattental lebt und durch irreguläre Kräfte bedroht wird. Das verstärkte Akademikerbataillon wurde zum Schutz dieser Menschen eingesetzt. Die Militärakademiker standen vor der Herausforderung, Soldatinnen und Soldaten in den Einsatzarten „Schutz” und „Verteidigung” sowie den Einsatzformen „Schutz von Räumen”, „Gegenstoß” oder „Schutz von Personen und Organisationen”, zu führen.

@Bundesheer/Eller
Der Spitzenzug geriet in einen Hinterhalt.

Höhepunkte der Übung waren die Gefechtsschießen in der zweiten Woche. Begonnen wurde mit einem Verteidigungsschießen mit allen Infanteriewaffen und Luftunterstützung. Dieses Schießen wurde in den Nachtstunden wiederholt.

Ein von der anderen Talseite angeschossener Spitzenzug löste bereits am Folgetag einen Kompaniegegenstoß aus. Auch zwei bewaffnete Flächenflugzeuge vom Typ PC-7 und zwei bewaffnete Mehrzweckhubschrauber vom Typ OH-58 nahmen den Gegner ins Visier. Der angeschossene Spitzenzug war in Stellung gegangen und unterstützte mit Flachfeuerwaffen. Während sich die nachfolgende Kompanie für den Angriff in Stellung brachte, schoss der schwere Granatwerferzug. Nach dem erfolgreichen Angriff wurden die (übungsmäßigen) Verletzten und Verwundeten durch mittlere Transporthubschrauber vom Typ Agusta Bell 212 abtransportiert.

@Bundesheer/Nalter
Planen und Führen waren Schwergewichte der Übung.

Ein Bataillonsangriff ins Mölstal schloss die Schießübungsserie ab und löste das Übungsszenario. Erneut wurden, im diesmal sehr dynamischen Gefecht, Infanteriekräfte, Luftstreitkräfte und das Steilfeuer zum Zusammenwirken gebracht.

Nach zwei Wochen in den Tiroler Bergen kehrten die Militärakademiker nach Wiener Neustadt zurück, um dort ihre insgesamt vierjährige Ausbildung fortzusetzen. Aus Tirol nahmen sie nicht nur die Erinnerung an eine wunderschöne Berglandschaft, sondern auch einiges an praktischer Erfahrung im Gebirgskampf mit, von der sie noch lange in ihrer Offizierskarriere profitieren werden.

Hier finden sich weitere Bilder der Übung.

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