Die Schweizer Luftwaffe präsentierte in den vergangenen Tagen nach drei Jahren Pause wieder ihre Fähigkeiten im Rahmen der Fliegerdemonstration AXALP 21. Militär Aktuell war bei dem offiziellen Training dabei.

Am 19. (Trainingstag) und 20. Oktober stellte die Schweizer Luftwaffe auf alpinem Terrain ihr Können zur Schau. Die für den 21. Oktober geplante Wiederholung des Programms wurde aufgrund der schwierigen Wetterverhältnisse abgesagt. Die Veranstaltung fand wie gewohnt im Gebirge auf dem Fliegerschießplatz der Schweizer Luftwaffe Axalp-Ebenfluh bei Brienz im Kanton Bern statt. Die Zuschauerinnen und Zuschauer konnten vom Berg Tschingel aus auf 2.250 Metern Höhe die Flugvorführungen hautnah miterleben.

@Schweizer ArmeeAn dem diesjährigen AXALP Fliegerschiessen nahmen die Kampfflugzeuge F/A-18 Hornet, das Turboprop-Trainingsflugzeug Pilatus PC-21, das Kleintransportflugzeug Pilatus PC-6, der Transport- und Schulungshelikopter Eurocopter EC635, der Transporthelikopter 06 Super Puma und Eurocopter AS532 UL Cougar Mk1 (eine neue Version des Super Puma), sowie die FE-5 Tiger II der Patrouille Suisse teil.

Die eineinhalbstündige Flugshow wurde von vier F/A-18 eröffnet. Die Flieger donnerten aus verschiedenen Anflugrichtungen einer nach dem anderen entlang der Felswand an den Zuschauern vorbei und feuerten dabei Bordkanonen auf die am Hang markierte Ziele ab.

Als nächstes präsentierten die Helikopter EC635, Super Puma und Cougar ihre Flugeigenschaften und verschiedene Einsatzarten. Die Zuschauer bekamen etwa die Simulierung einer Feuerlöschoperation zu sehen, bei dem der Einsatz der am Rumpf der Helikopter montierten Außenlastbehälter – auch „Bambi-Bucket” genannt – mit einem Fassungsvolumen von 2.500 Litern demonstriert wurde. Der Moderator der Veranstaltung erinnerte dabei an den Einsatz dreier Super Pumas der Schweizer Luftwaffe, die vergangenen Sommer nach Griechenland zur Unterstützung der Feuerwehr bei der Bekämpfung der Waldbrände verlegt wurden.

@Schweizer ArmeeAuf dem Programm stand auch eine Luftpolizei-Einsatzübung. Dabei spielten zwei F/A-18 das Szenario durch, bei dem ein in den Schweizer Luftraum eingedrungenes unbekanntes ziviles Flugzeug abgefangen und zur Landung gezwungen wird.

Ergänzt wurden die Flugvorführungen durch Einsätze der Sonderoperationskräfte (Kommando Spezialkräfte, KSK). In einer ersten Aktion sprangen Paras der Fallschirmaufklärer Kompanie 17 aus 1.500 Meter über Grund aus einer PC-6. Als nächstes seilten sich acht Spezialkräfte von einem Helikopter aus ab, schossen mit Panzerfaust gegen die Felswand und wurden nach wenigen Minuten von demselben Luftfahrzeug vom Einsatzort evakuiert, wobei alle Soldaten während des Fluges an einem Seil hingen (dieses Verfahren wird SPIE – Special Patrol Insertion/Extraction genannt).

Zum Abschluss der Flugshow flogen die rot und mit dem weißen Schweizer Kreuz bemalten FE-5 Tiger II der Kunstflugstaffel Patrouille Suisse.

Die Flugvorführung fand erstmals seit 2018 wieder statt. 2019 wurde sie abgesagt, weil Risse an Landeklappen der F/A-18C/D Hornet im Rahmen von Kontrollarbeiten kurz zuvor entdeckt worden waren. Vergangenes Jahr fand die Flugshow wegen der Corona-Pandemie nicht statt.

Die Arena Axalp-Ebenfluh wird nicht nur für die Flugvorführungen genutzt. Die Schweizer Luftwaffe übt dort regelmäßig zwischen 1. Oktober und 31. Mai, wenn die Kühe im Tal statt auf den Weiden grasen. Der Schießplatz wurde 1942 auf Initiative von General Henri Guisan errichtet und ist der höchstgelegenen Flieger-Gebirgsschiessplatz Europas.

Das AXALP Fliegerschießen ist weltweit einzigartig. Beispiellos ist nicht nur die atemberaubende Kulisse, sondern vor allem, dass die Kampfjets mit scharfer Munition schießen.

@Schweizer ArmeeDie Besonderheit des Ortes lässt sich bereits aus dem zeitlichen Aufwand erahnen, den es braucht, um in das Hochgebirge zu gelangen. Von Brienz aus gelangen die Besucherinnen und Besucher mit einem Shuttle-Bus ins Dorf Axalp. Von dort aus ist eine zweieinhalbstündige Wanderung nötig, wobei ein Sessellift den Marsch etwas verkürzt. Der Schlussteil des Aufstiegs zum Berg Tschingel ist steil und teilweise mit fixierten Seilen zum Halten gesichert. Die Wanderung, begleitet vom eindrücklichen 360-Gradblick auf das alpine Hochgebirge und den Brienzersee im Tal, ist schon ein Erlebnis für sich.

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