Vor einigen Wochen wurde bekannt, dass der deutsche Bundesnachrichtendienst (kurz BND) die Türkei ausspionierte. Die Aufregung war groß, tat sich Deutschland doch als einer der größten Kritiker der NSA-Machenschaften hervor, während man selbst ähnlich agierte. Im Zuge der Aufregung gingen in der öffentlichen Wahrnehmung die Gründe für die Bespitzelung ein wenig unter. Wollte man ­Informationen über militante Kurden gewinnen? Oder islamistische Kämpfer ausspähen, die auf dem Weg nach Syrien waren?

In Wahrheit könnte es um ein noch weit brisanteres Thema gegangenen sein; bei westlichen Geheimdiensten mehren sich nämlich Anzeichen dafür, dass der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan sein Land atomar aufrüsten will. Zu diesem Gerücht passt eine Aufforderung Erdoğans aus dem Jahr 2011, wonach die türkische Rüstungsindustrie rasch Langstreckenraketen entwickeln soll.