Die mit dem Upgrade der Bundesheer Black Hawks beauftragte US-amerikanische Firma Ace Aeronautics soll Gerüchten zufolge Pleite sein. Wir haben uns die Situation daher genauer angesehen und schnell festgestellt: An den Gerüchten ist nichts dran.

Alles der Reihe nach: Wie berichtet müssen bei den mittlerweile 17 Jahre alten Black Hawks des Bundesheeres die zunehmend ausfallenden Rockwell-Collins Farbdisplays getauscht und umfangreiche Cockpit-Umbauten vorgenommen werden. Damit wurde die in Huntsville (Alabama) beheimate US-Firma Ace Aeronautics beauftragt, die nun allerdings – so vernahmen wir und zahlreiche (auch hochrangige) Bundesheer-Angehörige in den vergangenen Wochen gleich von mehreren Seiten – bankrott und in Konkurs sein soll. Der schon länger als geplant bei Ace Aeronautics befindliche erste S-70A42 der rot-weiß-roten Streitkräfte sei dadurch Teil der Konkursmasse und für das Bundesheer „verloren” – so die Gerüchte weiter.

Soweit, so schlecht. Wahr ist allerdings, dass es für diese angebliche Pleite keinerlei stichhaltigen Beleg gibt. ACE Aeronautics ist also weder bankrott, noch am Ende. Vielmehr hat die Covid-19-Pandemie dem Unternehmen – und damit auch unserem Programm – in den vergangenen Monaten einen gewaltigen Strich durch die Rechnung gemacht. Die Firma musste zeitweilig sogar geschlossen werden, „unsere” Programmverantwortlichen ins Home-Office übersiedeln. Details die – so hörten wir – sonst innerhalb von Stunden zwischen Wien und Alabama abgeklärt wurden und von denen es im Zuge der Einrüstung und Zulassung in den vergangenen Wochen und Monaten natürlich Hunderte gab, brauchten daher zur Klärung Tage. Darüber hinaus kam es Covid-19-bedingt auch bei den Prüfern der US-Behörden (FAA etc.) zu Verzögerungen.

Davon abgesehen liefen die Firmengeschäfte allerdings ganz normal weiter und auch der erste österreichischen S-70 ist mittlerweile fertig. Er absolvierte in den USA insgesamt 24 Flüge mit mehr als 30 Flugstunden, wurde mit Behördenvertretern auch bereits check- sowie abnahmegeflogen und ist transportfertig. Die Zuständigen beim Bundesheer wollen den Drehflügler nach Möglichkeit heuer noch heimholen – vorbehaltlich der weiteren Pandemieentwicklung natürlich.

Das beauftragte Unternehmen hat – unter den oben geschilderten Bedingungen – am 11. Juli die Abnahme und Zertifizierung ihres Cockpit-Upgrades VL-60 Ace Deck auf Basis des Garmin-5000-Sets erreicht. Das ist auch die Ausstattung, die in die neun (später zwölf) österreichischen Maschinen eingebaut wird. (Siehe ein sehr ausführliches Portrait in der Ausgabe #127 des Magazins HeliOps, Seiten 41 bis 56).

Die drei zusätzlichen ex-jordanischen S-70 (nur Österreich und Jordanien haben beziehungsweise hatten insgesamt 17 UH-60L mit „Glass-Cockpit”) sollen übrigens ab 2021 zur Flotte stoßen – wieder vorbehaltlich der weiteren Covid-19-Entwicklung. Details zu den einzelnen Features des VL-60 veröffentliche Ace Aeronautics in den vergangenen Wochen und Monaten übrigens auch in mehreren Videos (siehe weiter unten und oben).

Ace Aeronautics ist in den vergangenen Wochen auch unabhängig der Zusammenarbeit mit dem Bundesheer sehr aktiv: In Guntersville hat das Unternehmen im Februar eine neue Lackierhalle fertiggestellt, für welche erst wieder im Oktober Slots frei sind. Und in einem anderen Geschäftsfeld meldete die Firma erst am 18. September einen „Multiple Award Schedule Contract” der USGSA (US General Services Administration).

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