Bis zum Jahr 2000 durften homosexuelle Menschen nicht im britischen Militär dienen. Veteranenminister Johnny Mercer möchte sich nun dafür – und für die zahlreichen damit verbundenen Entlassungen – entschuldigen.

Erst seit dem Jahr 2000 ist es homosexuellen Menschen erlaubt, im britischen Militär zu dienen. Davor mussten Menschen, deren gleichgeschlechtliche Neigungen „aufgedeckt” wurden, das Militär nach kurzfristig ausgesprochenen Kündigungen verlassen. Auch ihre Orden durften sie nicht behalten, Ehrungen wurden ihnen ausnahmslos aberkannt. Wie kürzlich angekündigt, möchte der britische Veteranenminister Johnny Mercer sich nun bei allen Betroffenen entschuldigen. Von „Wiedergutmachung” zu sprechen, wäre abe wohl zu hoch gegriffen.

Trotzdem können alle Soldaten und Soldatinnen, denen aufgrund ihrer sexuellen Neigungen ihre Orden und militärischen Ehren aberkannt wurden, diese nun mittels eines Antrags beim Verteidigungsministerium zurückverlangen. In einem Tweet begründet das Mercer folgendermaßen: „Gutted some of our people did not enjoy their time in the Military as much as I did, and suffered serious injustice simply for being gay. The Office for Veterans’ Affairs is resetting the UK’s relationship with her Veterans, which includes this historic wrong.” („Leider haben einige Leute ihre Zeit beim Militär nicht so genießen können wie ich, weil sie schwere Ungerechtigkeiten erlitten haben, nur weil sie schwul sind. Das Office for Veterans’ Affairs setzt nun die Beziehungen Großbritanniens zu seinen Veteranen neu auf und das schließt auch dieses historische Unrecht ein.”)

Der Anstoß dazu liegt bereits einige Zeit zurück: Vor rund einem Jahr und nach einem mühsamen Kampf wurden Marine-Offizier Joe Ousalice, jetzt 70, seine Long Service and Good Conduct Medaille sowie drei Good Conduct Abzeichen während einer Zeremonie im Hauptquartier der Royal Navy im Hafen von Portsmouth zurückgegeben. Ousalice ist ein Marine-Veteran, der im Falklandkrieg, im Nahen Osten und bei sechs Einsätzen in Nordirland gedient hat. Er wurde 1993 entlassen und seiner Medaillen beraubt – mit der Begründung, dass sein Verhalten „der guten Ordnung und der Marinedisziplin abträglich” sei, obwohl er versucht hatte, seine Sexualität geheim zu halten.

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Ousalice wurde gezwungen, seine Sexualität vor einem Kriegsgericht einzugestehen, das ihn für schuldig befand, mit einem anderen Mann im Bett gewesen zu sein – ein Vorwurf, den er immer bestritten hatte. Der Veteran kämpfte um die Rückgabe seiner Medaillen, war aber erfolglos, bis er im Mai 2019 rechtliche Schritte gegen das Verteidigungsministerium einleitete. Das Ministerium legte den Fall im Dezember desselben Jahres bei, entschuldigte sich bei Ousalice und versprach, die Medaillen anderer Veteranen in ähnlichen Situationen zurückzugeben.

„Die Navy war mein Leben und ich habe es geliebt”, erklärte Ousalice an dem Tag, an dem ihm seine Orden zurückgegeben wurden. „Ich habe 18 Jahre gedient, bevor ich meine Medaille verlor und mein Rang und meine Rente gekürzt wurden, und ich weiß, dass es viele wie mich gibt, die es verdienen, dass diese Ungerechtigkeit anerkannt wird.”

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