Wenn Menschen verschüttet sind, dann entscheidet der Zeitfaktor über Leben und Tod. Die verschütteten Opfer sollten möglichst innerhalb von 72 Stunden lokalisiert werden. Das EU-Projekt CURSOR hat es sich zum Ziel gesetzt, in den kommenden zwei Jahren mit modernster Technologie Suchaktionen zu optimieren und wird dabei auch vom Bundesheer unterstützt.

Insgesamt 15 europäische und ein japanischer Partner arbeiten im Rahmen von CURSOR daran, Rettungsoperationen schneller und effizienter durchführen zu können. Dabei kommen neue Technologien wie spezielle Miniaturroboter, Drohnen und neuartige Sensoren zum Einsatz. Unter anderem ermöglichen Radardrohnen mit integriertem Bioradar zwischen starker Körperbewegung und Atmung zu unterscheiden, sowie die Lage der verschütteten Person zu ermitteln und optimieren so die Planung der weiteren Einsatzschritte.

@CURSOR Projekt
Am Schießplatz in Felixdorf fanden im Rahmen des CURSOR-Projekts Ende August Drohnenfeldtests statt.

Dafür steuern Einsatzkräfte aus verschiedenen Ländern Europas das notwendige Praxis-Know-how bei und arbeiten mit den Forschungsinistitutionen Hand in Hand. Der in Baden bei Wien angesiedelte Projektpartner ISCC (International Security Competence Centre GmbH) hat beispielsweise die Aufgabe, die Drohnenflotte zusammenzustellen und auf die Anforderungen der Einsatzkräfte anzupassen. Zu diesem Zweck fanden an zwei Tagen Ende August in Felixdorf auch bereits umfangreiche Drohnenfeldtests statt. Das Bundesheer, konkret das Amt für Rüstung und Wehrtechnik (ARWT), unterstützte ISCC bei der Durchführung der Feldtests, indem es seinen Schießplatz in Felixdorf als Übungsgelände zur Verfügung stellte. Dort wurden Schuttkegel aus Beton, Ziegel und Holz über einer Betonröhre errichtet. In der Betonröhre befand sich ein „atmender Dummy” aus Kunststoff, dessen Brustkorbbewegungen elektrisch gesteuert wurden.

Ein Hauptziel des Projekts ist die Entwicklung eines innovativen CURSOR SaR-Kits, das mobil, schnell bereitzustellen und einfach zu bedienen ist. Darüber hinaus konzentriert sich CURSOR auf die Verkürzung des Zeitaufwands für den Einsatz von SaR-Personal und -Ausrüstung, für die Situationsbewertung während des städtischen SaR-Betriebs und für die Katastrophenhilfe vor Ort. Im Rahmen des Projektes wird auch die Messempfindlichkeit der Radardrohne für bestimmte Materialien und Schichtdicken bestimmt.

„Im Notfall schnelle Hilfe leisten, das ist unseren Soldatinnen und Soldaten nicht fremd. Seit Mai unterstützt das Bundesheer bereits die Arbeit von ISCC und ist eines von drei zertifizierten Drohnenprüfstellen in Europa. Das Amt für Rüstung und Wehrtechnik ist mit seinen Forschungen und technischem Know-how außerdem ein unverzichtbarer Bestandteil des Bundesheeres. Umso mehr freut es mich, dass das Österreichische Bundesheer so engagiert Firmen unterstützt, die bei solchen wichtigen und innovativen Projekten mitarbeiten”, so die Verteidigungsministerin Klaudia Tanner.

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„Eye in the Sky”: Mithilfe unterschiedlichster Drohnen (3D-Modellierungsdrohnen, GPR-Drohnen, …) soll ein möglichst detailliertes Lagebild gezeichnet werden.

Das für die Versuchsanordnung notwendige Altholz wurde von der FCC Austria Abfall Service AG zur Verfügung gestellt. „Wir freuen uns als Rohstofflieferant für die Industrie nicht nur grundsätzlich einen wichtigen Beitrag für Wirtschaft und Umwelt zu leisten, sondern mit der Unterstützung dieses spezifischen Projekts dazu beizutragen zu können, künftig wertvolle Menschenleben zu retten”, so Freddy Pinteritsch, Leiter des Material Managements bei der FCC Austria Abfall Service AG in Österreich.

Das H2020 Projekt wird von der Europäischen Kommission mit sieben Millionen Euro und von der Japan Science and Technology Agency mit 0,5 Millionen Euro gefördert (Grant Agreement No. 832790). Es nehmen daran 15 europäische Partner und ein japanischer Partner teil, das Projekt läuft bis Ende August 2022.

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