Anfang des Jahres ließ Verteidigungsministerin Klaudia Tanner mit dem Hinweis aufhorchen, dass man sich schon jetzt mit der Nachfolge der Hercules-Transportflugzeuge beschäftige und dazu eine Arbeitsgruppe eingerichtet wurde.

Die drei ex-RAF C-130K des Bundesheeres sind Baujahr 1967/68, wiesen bei ihrer Übernahme je rund 20.000 Flugstunden auf und müssen spätestens mit Ende des Jahrzehnts abgestellt werden. Als Ersatz bieten sich sowohl neu gebaute als auch gebrauchte Lösungen an, wie Brigadier Erich Weissenböck, Leiter der Abteilung Strukturplanung im Verteidigungsministerium, in der die Arbeitsgruppe angesiedelt ist, im Gespräch mit Militär Aktuell erklärt.

@Bundesheer
Brigadier Erich Weissenböck ist Leiter der Abteilung Strukturplanung im Verteidigungsministerium und Leiter der Arbeitsgruppe zur C-130-Nachfolge.

Herr Brigadier, was wird in der Arbeitsgruppe bezüglich der geplanten C-130-Nachbeschaffung genau erhoben und evaluiert?
Es geht um das Fähigkeitsportfolio „Lufttransport Fläche” in Anlehnung an die Profilvarianten und außerdem um eine erste Investitionsprognose zur Aufrechterhaltung der Einsatz­fähigkeit des Lufttransportsystems C-130K bis zum derzeit beabsichtigten Laufzeitende.

Und das liegt gegen 2030?
Maximal, sofern nichts Unvorhergesehenes am System eintritt. Sollten sich kürzerfristige Lösungen oder Optionen auftun, kann das aber auch früher sei. Es geht um die Sicherstellung des geforderten Fähigkeitsportfolios.

Wie weit sieht man diesbezüglich „über den Tellerrand” hinaus? Also ganz konkret, was andere Länder machen und was es absehbar am Markt geben wird? Wie etwa C-390, jüngere gebrauchte C-130 oder gar A400M?
Weit. Es erfolgt eine Analyse des militärischen Lufttransportes bei relevanten europäischen Referenznationen. Aber ebenso eine Marktanalyse zu verfügbaren und absehbar verfügbaren militärischen Lufttransportsystemen von sicherheitspolitisch machbaren Anbietern …

„Sicherheitspolitisch machbar” heißt, dass Antonows oder Xi’ans kein Thema sind?
So weit sind wir noch nicht.

Ist auch eine gemeinsame Beschaffung mit anderen Ländern denkbar?
Sicherlich. Eine der Agenden, die wir zu verfolgen haben, ist die Sondierung von anstehenden vergleichbaren Rüstungsvorhaben relevanter Partnernationen und in diesem Zusammenhang die Erörterung möglicher Government-to-Government-Beschaffungen. Dabei geht es auch um aktuelle und zukünftige Kooperationsmöglichkeiten in puncto Verfügbarkeiten mit europäischen Partnernationen innerhalb der EU beziehungsweise mit
sicherheitspolitischen Institutionen im Lufttransport.

Hier geht es zu den anderen Beiträgen unserer Serie „5 Fragen an”.

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