Die NATO-Übung „Dynamic Mongoose” (DYMO 21) zur Bekämpfung von U-Booten hat am 28. Juni im Norwegischen Meer begonnen. Mit dabei sind sieben NATO-Staaten: die USA, Kanada, Norwegen, Dänemark, Deutschland, Frankreich und das Vereinigte Königreich. Matrosen und Flieger, zwei U-Boote, sechs Kriegsschiffe und acht Seeaufklärungsflugzeuge beteiligen sich an der Übung.

„Dynamic Mangoose” findet seit 2012 jeden Sommer abwechselnd vor der Küste Norwegens und im Nordatlantik südlich und westlich von Island statt. Der diesjährige Gastgeber ist Norwegen.

Dabei wird ein maritimes Kriegsszenario simuliert, in dem ein feindliches Unterseeboot neutralisiert werden soll. Die realen Bedingungen und die wechselnden Rollen der teilnehmenden Verbündeten sollen dabei helfen, ihre Fähigkeit zur Kampfführung in den drei Domänen – unter, auf und über dem Wasser – zu optimieren, erklärte Commander Bradley Peats, Kommandant der Standing NATO Maritime Group One zu Beginn der Übung. Auch die Zusammenarbeit der alliierten Seestreitkräfte soll weiter gestärkt werden. Diese soll es ermöglichen, „rechtzeitig und wirksam auf potenzielle Bedrohungen für die maritime Sicherheit und Stabilität in der Region zu reagieren”, so Peats.

Während die alliierten Seestreitkräfte im hohen Norden trainieren, sammelt das mehr als 2.000 Kilometer entfernte Forschungs- und Technologiezentrum der NATO mit Sitz in der italienischen Stadt La Spezia in Echtzeit die Daten aus dem Einsatz, wertet sie aus und gibt den Teilnehmern laufend Feedback.

Aggregierte Rückmeldung können die Teilnehmer in der Tat gut gebrauchen, denn: Die Bekämpfung von U-Booten ist ein komplexes Unterfangen, wie die NATO selbst eingesteht. Eine bedeutende Herausforderung ist das Operationsgebiet an sich. Die oft schwierigen Wetterbedingungen im hohen Norden, die Wassertiefe und -temperatur, die Form des Meeresbodens – all diese Eigenschaften erfordern eine flexible Taktik und haben Einfluss auf den Schall unter Wasser und etwa darauf, wie die Sensoren verwendet werden, erklärte der Oberbefehlshaber der norwegischen Marine Rune Andersen bei einer Pressekonferenz in Northwood im Vereinigten Königreich.

Hinzu kommt: Ein feindliches Unterseeboot aufzuspüren, es zu verfolgen und gegebenenfalls zu bekämpfen erfordert eine enge Koordination zwischen den Luft- und den Seeeinheiten auf und unter Wasser.

Wie stark die NATO-Verbündeten ihre maritimen Fertigkeiten – vor allem im Bereich der U-Boot-Bekämpfung – seit Ende des Kalten Krieges vernachlässigt haben, zeigt sich heute am Tempo ihrer Aufholjagd. Zwei Mal jährlich üben die Alliierten; einmal im hohen Norden im Rahmen von „Dynamic Mangoose”, und einmal im Mittelmeer bei der Übung „Dynamic Manta”, die im Februar stattfindet. Beide Manöver werden vom Allied Maritime Command (MARCOM) der NATO mit Sitz in Northwood im Vereinigten Königreich organisiert.

Dass die NATO der sogenannten Anti-Submarine Warfare (ASW) heute wieder mehr Bedeutung beimisst, liegt an der voranschreitenden Modernisierung der russischen U-Boot-Flotte. Die Zahl russischer U-Boote ist seit Ende des Kalten Krieges zwar gesunken, die verbliebenen sind aber wesentlich moderner und leistungsfähiger. Sie sind auch deutlich leiser, was die Möglichkeit sie aufzuspüren, wesentlich beeinträchtigt.

Sorge bereitet der NATO auch, dass Russland mit seinen U-Booten im Falle eines Konfliktes in die sogenannte GIUK-Lücke vordringen und so weiter in den Atlantik gelangen könnte. GIUK (Greenland-Iceland-UK) bezeichnet das Gebiet vom Norden des Vereinigten Königreichs über Island bis hin zum Südosten Islands. Die Lücke ist als Kommunikations- und Transportweg zwischen den USA und Europa zur Sicherung der Nordflanke von geostrategischer Bedeutung.

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