Im ersten Halbjahr untersuchten die Experten des Bundesheeres über 515 Fund- und Wahrnehmungsmeldungen und bargen mehr als 13,5 Tonnen Kriegsmaterial. Seit 2013 waren es damit über 300 Tonnen in über 10.000 Einsätzen, die untersucht, geborgen, abtransportiert und vernichtet wurden. Jeden Tag sind die Mitarbeiter des Entminungsdienstes durchschnittlich zwei bis drei Mal in ganz Österreich im Einsatz.

„Die Experten des Entminungsdienstes leisten täglich einen wichtigen Beitrag, indem sie die Sicherheit der österreichischen Bevölkerung gewährleisten. Die Spezialisten stehen rund um die Uhr im Einsatz, um Gefahren zu beseitigen, bevor Menschen zu Schaden kommen. Gerade in der Urlaubszeit, wenn vermehrt Wanderer in Österreichs Bergen unterwegs sind oder die Zeit in der Natur genossen wird, ist die Wahrscheinlichkeit ein Kriegsrelikt aus dem Ersten oder Zweiten Weltkrieg, zu finden noch höher”, so Verteidigungsministerin Klaudia Tanner. „Ein Fund dieser Art muss sofort bei der nächsten Polizeistation oder telefonisch gemeldet werden. Unser top ausgebildeter Entminungsdienst kümmert sich anschließend, um die sichere Beseitigung. Mein Dank gilt den Mitarbeitern des Entminungsdienstes, die ihr Leben riskieren, um andere zu schützen!”

Einsätze des Entminungsdienstes gibt es nicht nur in Städten, sondern auch im alpinen Gelände und sogar in Gewässern. Auch dieses Jahr waren schon je zwei Tauch- und Alpineinsätze notwendig, um Munition zu bergen. Die meisten Bergungen im ersten Halbjahr gab es in Niederösterreich. Dort rückte der Entminungsdienst 253 Mal aus. In der Steiermark waren es 62 und in Salzburg 58 Einsätze. Burgenland und Wien folgen mit 42 und 39 Funden. In Kärnten waren es 32 Einsätze bis Juni 2022. Die wenigsten Einsätze gab es in Tirol mit 14, Salzburg mit 11 und Vorarlberg mit vier Entschärfungen.

Die gefundenen Kriegsrelikte aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg werden in den meisten Fällen entschärft, abtransportiert und später auf den Sprengplätzen des Bundesheeres in Großmittel und Allentsteig vernichtet. Dabei werden mehrere hundert Kilo geborgenes Kriegsmaterial auf einmal gesprengt. In besonders schwierigen Situationen vernichtet der Entminungsdienst die Relikte an Ort und Stelle.

Durch den leichtfertigen Umgang mit gefundener Munition sind schon viele Menschen zu Schaden gekommen. Es gilt – umso länger die Munition im Gelände liegt, umso gefährlicher ist sie. Bei gefundenen Objekten, deren Herkunft und Beschaffenheit verdächtig erscheint, sind folgende Regeln zu beachten:

  • Die Gegenstände keinesfalls berühren und Abstand halten,
  • verhindern, dass andere Personen oder Tiere dem Fund zu nahe kommen,
  • sofort die nächste Polizeidienststelle kontaktieren.

Die Angestellten des Entminungsdienstes sind Experten für alle Arten von Munition, die aus der Zeit vor 1955 stammt und auf österreichischem Bundesgebiet aufgefunden wird. Aufgrund der Dienststellen in Wien, Graz und Linz-Hörsching sowie einer 24-Stunden-Rufbereitschaft können die Spezialisten innerhalb kürzester Zeit vor Ort sein, um verdächtige Funde zu untersuchen und Gefahren für die Bevölkerung zu beseitigen.

Quelle@bundesheer/Pusch