Der ursprünglich für Österreich geplant gewesene Eurofighter mit der Seriennummer AS008 wird nach elfjährigem Dasein als Ausbildungsobjekt nun wieder flugtauglich gemacht.

@Archiv
„The Numbers Game”: Am Fuß des Seitenleitwerks sind die ursprünglichen Seriennummern immer noch zu sehen. Das Kürzel „AS” steht für Austrian Single.

Der scheidende Kommandant der Luftraumüberwachung, Brigadier Rupert Stadlhofer, hat in seiner Abschiedsrede die „Kastration” der rot-weiß-roten Eurofighter-Jets durch die Politik im Jahr 2007 nochmals angesprochen. Er beklagte – einmal mehr – die „Verstümmelung” und die – heute sogar als Vorwurf der Minderleistung angeführte – Entkernung um wichtige Komponenten wie Radar-Warnempfänger, die Reduktion auf 15 Stück samt dem darauf folgenden Vorwurf von weniger Flugstunden und das Zurückgehen auf die früheste Tranche-1. Stadlhofer forderte dabei die Politik auf, die damals gemachten Fehler zu korrigieren.

@Georg Mader
Diese Tabelle zeigt die Umleitung der ursprünglich für Österreich geplanten neuen Maschinen in Richtung Deutschland sowie die Reduktion des Auftrags auf schlussendlich 15 Jets.

Währenddessen dürfte der achte, ursprünglich für Österreich vorgesehenen Eurofighter nun wieder fliegen – aber nicht bei uns. Zur Erinnerung: Die ersten sechs Maschinen waren – vertragsgemäß (siehe Tabelle rechts) – Tranche-1 und blieben dann auch die einzigen, nur für uns gebauten Zellen. Ab der Seriennummer AS007 wären Tranche-2-Flugzeuge geplant gewesen, jene gingen aber an die deutsche Luftwaffe, die wiederum die Slots von drei für sie gebaute Tranche-1-Maschinen (GS = German Single, AS = Austrian Single) und sechs bereits in Laage fliegende gebrauchte und sehr frühe GS mit einem sogenannten R2-Retrofit an Österreich abtraten.

Die 15 Jets des Bundesheeres stammen also aus drei verschiedenen „Quellen” (siehe Tabelle unten). Sowohl die deutschen wie auch die österreichischen Maschinen tragen aber – ganz klein und grau am Fuß des Seitenleitwerks – nach wie vor die „vertauschten” AS- beziehungsweise GS-Nummern. Daher kommt etwas Sentimentalität auf, wenn – so wie aktuell von Kollege Karl Schwarz – wieder mal eine Meldung zu AS kommt (ähnlich wie wenn in einem bekannten Filmklassiker der Satz fällt „AF muss Midway sein”).

@Georg Mader
Die 15 österreichischen Eurofighter stammen aus drei verschiedenen Quellen: Sechs Maschinen wurden neu für Österreich gebaut, drei für Deutschland und an Österreich weitergeleitet und sechs Maschinen stammen aus Beständen der deutschen Luftwaffe.

AS008 also war elf Jahre lang Lehrzelle an der Technischen Schule der Luftwaffe in Kaufbeuren, wurde im Straßentransport nach Manching gebracht und soll nun laut einem Bericht der Flug Revue wieder in die operationelle Flotte eingegliedert werden.

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