Der FH Campus Wien bietet bereits seit Längerem akademische Ausbildungen im Bereich Risiko- und Sicherheitsmanagement an. Wir haben mit Fachbereits-Leiter Martin Langer über das Bachelorstudium „Integriertes Sicherheitsmanagement” gesprochen.

Herr Langer, Sie sind Leiter des Fachbereichs Risiko- und Sicherheitsmanagement am FH Campus Wien. Was kann man sich unter dem dort angebotenen Bachelorstudium „Integriertes Sicherheitsmanagement” genau vorstellen?
Damit bieten wir DIE umfassende Sicherheitsausbildung für Organisationen und Unternehmen in Österreich. Wir beschäftigen uns dabei mit allen wesentlichen Themenfeldern, die heute benötigt werden und decken dabei Safety als auch Security gleichermaßen ab.

Das heißt, es werden damit Experten für sämtliche Positionen im Sicherheits- und Risikomanagement in großen Unternehmen und Organisationen ausgebildet?
Wir erleben aktuell, dass die Bedeutung für das Thema Sicherheit in den Organisationen einen großen Sprung nach oben macht und dass es dabei zu einer Verschiebung in Richtung interne Beraterrolle kommt. Sicherheit in den Unternehmen und Organisationen ist vielfältig, gerade die Schnittstellen und das Verständnis für wirtschaftliche Zusammenhänge sind wichtig. Sicherheit darf kein Verhinderer sein, sondern muss ein Enabler sein – sprich durch Sicherheit wird ein Unternehmen erst in die Lage versetzt Kunden und Märkte zu bedienen.

Wie ist dabei die Gewichtung? Auf welche Themen wird im Besonderen eingegangen? Spielt dabei auch der Cyberbereich eine Rolle?
Zunächst lernen die Studierenden einmal, was bedeutet Sicherheit und welche Konzepte gibt es hier. Darauf aufbauend folgt eine Managementausbildung mit Prozess- Qualitäts- und Risikomanagement. Das unterscheidet uns und zeichnet uns aus, denn somit sprechen wir die Sprache der Organisationen. In weiterer Folge erfolgt eine fundierte fachliche Ausbildung in den Themen Brandschutz, Arbeitnehmer*innenschutz, Security und Krisenmanagement sowie Cyber- und Informationssicherheit – jeweils mit der Möglichkeit Personenzertifikate zu erwerben. Abgeschlossen wird das Studium mit einer Bachelorarbeit und einem Praxisprojekt.

Inwiefern ist das Studium angesichts dieser Inhalte auch für Personen interessant, die bereits über einen militärischen Hintergrund oder einen anderen Sicherheitshintergrund verfügen?
Studierende, die bei der Polizei oder dem Militär tätig sind oder auch waren, bringen natürlich bereits ein gutes Grundverständnis und Hintergrundwissen mit. Bei uns lernen sie, wie Sicherheit bei Organisationen und in der Wirtschaft umgesetzt werden kann. Da die Unternehmensfunktion Sicherheit immer auch Schnittstellen zu Einsatzorganisationen hat, tun sich diese Studierende natürlich leichter. Zahlreiche Personen aus dem Militär haben das Studium auch genützt, um überhaupt in die Privatwirtschaft oder zu internationalen Organisationen zu wechseln. So ist beispielsweise der Sicherheitschef des Internationalen Olympischen Komitees in Lausanne ein Absolvent von uns.

Lassen Sie uns abschließend noch einen Blick auf den Sicherheitsbereich von Unternehmen und Organisationen generell werfen: Wird dieser in den kommenden Jahren an Bedeutung gewinnen und wenn ja, in welchen Bereichen orten Sie da vermehrt Risiken?
Beim Blick in die Glaskugel bin ich immer ein bisschen vorsichtig (lacht), generell muss man aber sagen, der Trend zur Vernetzung hält weiter an und damit steigen automatisch die Schnittstellenprobleme – hier gibt es also viel zu tun. Auf der anderen Seite bleiben die bestehenden Herausforderungen wie physische Sicherheit, Krisenmanagement und Brandschutz bestehen und es kommen vermehrt Herausforderungen aus Cyber- und Informationssicherheit dazu.

Hier geht es zu den anderen Beiträgen unserer Serie „5 Fragen an”.

1 KOMMENTAR

  1. Dem stimme ich zu. Eine Reihe von weiteren Herausforderungen sollte nicht vergessen werden, zunehmende Auswirkungen des Klimawandels, Migrationsdruck, glober Wettbewerb um Vorherrschaft und Ressourcen, …

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