Auf dem Weg zum Panzerkommandanten: Der angehende Unteroffizier Zugsführer Markus Müller hat beim Panzerbataillon 14 – damals noch als Korporal – die „Kaderanwärterausbildung 2 Kampfpanzer” absolviert. Wir haben mit ihm über seine Eindrücke, Erfahrungen und Ziele gesprochen.

Herr Zugsführer, wie lange sind Sie bereits beim Bundesheer?
Im Juni 2016 wurde ich zum Radarbataillon nach Salzburg eingezogen und dort aufgrund meiner Berufsausbildung in der Werkstatt eingesetzt. Nach dem Grundwehrdienst und einer mehrmonatigen Phase in der Privatwirtschaft bin ich seit April 2017 wieder aktiv beim Bundesheer. In der Kaderpräsenzeinheit des Panzerbataillons 14 habe ich meine militärische Heimat gefunden. Mein Vertrag läuft noch bis zum Dezember 2020, ich werde dem Panzerbataillon 14 aber auch danach weiterhin die Treue halten.

@Panzerbataillon 14
Zugsführer Markus Müller (im Bild trägt er noch den Dienstgrad Korporal) im Kreis seiner Kameraden.

Warum haben Sie sich für eine Karriere beim Bundesheer entschieden?
Die Entscheidung reifte nach dem Grundwehrdienst während meiner Zeit als „Zivilist” in der Privatwirtschaft. Der inneren Stimme leistete ich schließlich Folge. Ich wollte einfach wieder Soldat werden.

Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Vorrangig strebe ich die nächste Hürde an, die mich zum Abschluss der Panzerkommandantenausbildung führt. Somit verfüge ich über die Kenntnisse und Fertigkeiten aller Funktionen am Kampfpanzer. Danach gilt es diese Fertigkeiten auszubauen und zu festigen. Als mittel- und langfristige Perspektive verfolge ich das Ziel zur Ausbildung zum Panzerzugskommandanten – Step by Step.

Was macht für Sie einen Kampfpanzer aus?
Er ist schnell einsetzbar, es handelt sich aber trotzdem um ein komplexes Waffensystem mit hoher Feuerkraft und leistungsstarkem Triebwerk, das trotz 55 Tonnen Gefechtsmasse viel Power verspricht.

Was war Ihr bislang größtes Erlebnis?
Die Teilnahme an der Strong Europe Tank Challenge 2018, einem internationalen Panzerwettbewerb, mit dem Erreichen des hervorragenden dritten Ranges in der Gesamtwertung, wo ich als Panzerfahrer wertvolle Erfahrungen sammeln durfte.

Wann war Ihr erster Schuss mit der Panzerkanone L44 und was war es für ein Gefühl?
Das war im Mai 2019 auf der Schulschießbahn Thaures in Allentsteig. Das Gefühl, das erste Mal die Abfeuerungsklinken am Doppelrichtgriff des Richtschützen zu betätigen und den Treffer beobachten zu können, war eindrucksvoll.

Was war bis jetzt am schwierigsten in Rahmen der Ausbildung?
Als eingeteilter Panzerkommandant alles unter einen Hut zu bringen, das richtige gefechtstechnische Verhalten sowie die Führung der Besatzung. Jedes Besatzungsmitglied erwartet klare und sofortige Aufträge. Beim gleichzeitigen Orientieren im Gelände mit der Karte und der Abwicklung des Funkverkehrs geschieht es sehr schnell, dass beispielsweise bei Richtungsänderungen der Panzerfahrer, die Richtung oder der Richtschütze die Beobachtung verlieren. Das ist mit zunehmender Geschwindigkeit des Panzers eine wirklich schwierige und nicht zu unterschätzende Aufgabe.

@Panzerbataillon 14
Der Kampfpanzer Leopard 2A ist für Zugsführer Markus Müller ein „komplexes Waffensystem mit hoher Feuerkraft und leistungsstarkem Triebwerk”.

Welche Highlights gab es in der Ausbildung zum Panzerkommandanten?
Das waren einige. Der erste Einsatz als Panzerkommandant im scharfen Schuss, die Teilnahme an der Schießlehrübung der Militärakademie oder die Institutsübergreifende Abschlussübung (IÜA), um hier nur einige zu nennen. Erschwerend zum bisher Geschilderten galt es hier möglichst ruhig und professionell zu agieren. Zudem war das Zusammenwirken des Panzerzuges eine Herausforderung. Sei es hinsichtlich des Feuerkampfes, das Einnehmen der unterschiedlichen Gefechtsformen oder die Fahrweisen des Panzerzuges.

Was können Sie uns abschließend über die Kameradschaft erzählen?
Aufgrund der Tatsache, dass während der Ausbildung nach dem täglichen Dienstende kaum jemand nach Hause fährt, sitzen wir oft gemeinsam zusammen und tauschen uns aus, berichten über die Erlebnisse und Hoppalas des Tages. Das gehört einfach dazu und macht viel Spaß. Dabei kam auch bereits mehrmals der Griller zum Einsatz.

Hier geht es zu den anderen Beiträgen unserer Serie „Eine(r) von 55.000”.

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