Mitte Dezember hat die Marine der Islamischen Republik Iran nach Seeversuchen in der strategisch sensiblen Straße von Hormuz offiziell die „IRINS Makran” in Dienst gestellt. Dafür wurde der ältere Öltanker „Persian Gulf” – offenbar als Antwort auf die sogenannte „Expeditionary Sea Bases” der US-Marine – in eine Art „Vorwärtsbasisschiff” umgewandelt. In iranischen Medienberichten erklärt Konteradmiral Hossein Khanzadi als Kommandeur der iranischen Marine, dass „Makran” sechs bis sieben Hubschrauber aufnehmen sowie neue Drohnen und Schnellboote einschiffen könne.

@Tasim NewsDie Inbetriebnahme des Schiffes erfolgt fast zwei Monate nachdem die Marinekomponente des iranischen Korps der Islamischen Revolutionsgarde (IRGC) ein eigenes neues, – aber kleineres – Schiff vom Typ „Seebasis”, das modifizierte Roll-On / Roll-Off-Schiff „IRGCN Shahid Roudaki”, erhalten hat. Ein Video der halboffiziellen iranischen Nachrichtenagentur TASNIM (siehe unten) zeigt einige der – vor-revolutionären – iranischen Sea Stallion RH-53D, SH-3D oder AS-61A-4 Sea King sowie AB212 Anti-U-Boot-Hubschrauber, die vom Flugdeck der „Makran” aus operieren. Das gleiche Video zeigt außerdem eine mittels E-Propellern vertikal startende beziehungsweise landende, dann aber konventionell fliegende Doppelrumpf-Drohne, bei der es sich anscheinend um Pelikan-2 handelt, einen Typ der bereits im Dienst der iranischen Marine steht und zuvor von diversen Schiffen aus eingesetzt wurde.

Konteradmiral Khanzadi behauptet, dass die „Makran” nicht nur als Hubschrauber- und Drohnenträger einsetzbar ist, sondern auch andere, die Operationskonzepte erweiternde Missionen im Bereich der elektronischen Kriegsführung, als Raketenbasis oder als (verdeckte) Operationsbasis von Spezialeinsatzkräften wie beispielsweise Kampftauchern übernehmen kann. Die kleinere „Shahid Roudaki” wurde bereits mit auf dem Flugdeck aufgestellten Raketensystemen gezeigt, darunter Anti-Schiffs-Marschflugkörper in Containerwerfern sowie einem Boden-Luft-Raketensystem auf einer straßenmobilen Transport-/Feuereinheit. Weitere Missionen der „Makran” werden mit Minenbekämpfung, humanitärer Hilfe, U-Boot-Bekämpfung, Piraterie und allgemeiner Sicherheit im Seeverkehr beschrieben. Insbesondere die Minenkriegsführung- und U-Boot-Abwehrmissionen sind solche mit besonderer Relevanz im Persischen Golf und umfassen jene Hubschrauber der iranischen Marine, die bereits bei Erprobungen mit der „Makran” gesehen wurden. Das kann natürlich auch Offshore-Überwachungs-, Kommando- und Verbindungsaufgaben im Roten Meer, etwa zur Unterstützung der Houthis im Jemen meinen. Möglicherweise könnte das Schiff auch als Plattform dienen, um die regionalen Gegner des Iran, wie beispielsweise Saudi-Arabien noch direkter herausfordern.

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Der neue Hubschrauberträger soll sechs bis sieben Drehflügler sowie einige Drohnen aufnehmen können und als vorgeschobene Operationsbasis dienen.

Andererseits muss hier daran erinnert werden, dass der Iran des öftren fragwürdige Aussagen über neue Fähigkeiten seiner Kriegsschiffe gemacht hat. So wurde beispielsweise der Zerstörer „ININS Sahand” als „Stealth-Zerstörer” bezeichnet, eine Flugkörper-Korvett, die aber keinerlei beobachtbare äußere Merkmale bauartbedingter Signatur aufweist. Ein weiteres Beispiel ist der Flottentanker „ININS Kharg”, der wegen einer normalen Hubschrauberlandeplattform wiederholt als „Hubschrauberträger” bezeichnet wurde – diese Bezeichnung trägt die „Makran” deutlich berichtigter.

Quelle@Tasim News, FARSN