Der Streit um Seegrenzen und Erdgasvorkommen im östlichen Mittelmeer zwischen der Türkei und Griechenland bringt die zwei NATO-Staaten zunehmend an den Rand eines bewaffneten Konflikts. Griechenland bezichtigt die Türkei, illegal vor griechischen Inseln nach Erdgas zu suchen. Ankara weist die Vorwürfe entschieden zurück und beharrt darauf, dass die Gewässer, in denen Explorationen und Probebohrungen erfolgen, zum türkischen Festlandsockel gehören.

Die Türkei ist dabei vorgeprescht und hat in einem Abkommen mit Libyen – entgegen bestehendem Recht – seine ausschließliche Wirtschaftszone deklariert. Griechenland hat daraufhin in einem Abkommen mit Ägypten seine Ansprüche dargelegt – die in eklatantem Widerspruch zu den türkischen Vorstellungen stehen.

Das Besondere dabei ist, dass ein jahrzehntelanger Streit zwischen zwei Nachbarn außergewöhnliche Kreise zieht. Neben der Einbeziehung anderer Staaten der Region werden vor allem der Zusammenhalt in der NATO strapaziert, die EU-Türkei-Beziehungen zusätzlich belastet und der Vereinigungsprozess Zyperns massiv untergraben. Es entstehen sogar EU-intern Probleme, in dem Zypern plötzlich EU-Sanktionen gegenüber Weißrussland mit Sanktionen gegenüber Ankara junktimiert. Eine nachhaltige Lösung am Verhandlungs-tisch wäre daher dringend geboten.

Welche Fakten und Hintergründe in diesen Konflikt hineinspielen und welche Punkte dieses Konflikts von besonderer Relevanz sind analysieren Sicherheitspolitik-Experte und Militär Aktuell-Autor Brigadier a. D. Walter Feichtinger und Oberst Bruno Nestler im Paper „CSA kompakt #7” des Center for Strategic Analyses (CSA). Darin geben die beiden Autoren auch einen Ausblick auf die weitere Entwicklung des Konflikts. Ein Ausweg kann ihrer Meinung nach nur im Dialog und in Verhandlungen bestehen, „die letztlich zu einer nachhaltigen Einigung über die Seegrenzen und die Nutzung der Bodenschätze in den strittigen Gebieten führen. Ein erster Schritt wäre daher, die militärische Eskalationsgefahr zu reduzieren und ein akzeptiertes Procedere für Gespräche und Verhandlungen zu entwickeln”, so die beiden Autoren abschließend.

Hier geht es zur CSA-Analyse „CSA kompakt #7”.

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