Nachdem die Kronen Zeitung am Sonntag berichtet hatte, dass die Entscheidung über die Alouette III-Nachfolge zugunsten des Mehrzweckhubschraubers AW169 von Leonardo ausgefallen war, bestätigten Verteidigungsministerin Klaudia Tanner und Generalstabschef Robert Brieger heute mittag bei einem Medientermin die Typenwahl.

„Wir werden uns im Jahr 2023 von den mehr als 50 Jahre alten Alouette III-Hubschraubern verabschieden müssen und den Typ durch 18 neue Hubschrauber ersetzen”, so Verteidigungsminister Klaudia Tanner zu Beginn des Mediengesprächs. „Dabei handelt es sich um die größte Beschaffung seit dem Eurofighter vor 17 Jahren und gerade diese Beschaffung hat gezeigt, wie es nicht gehen soll. Wir haben uns daher nun für eine Government-to-Government-Lösung entschieden.”

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Verteidigungsministerin Klaudia Tanner gab die Entscheidung heute im Rahmen eines Medientermins bekannt.

Laut Tanner wurden im Vorfeld der Entscheidung insgesamt 376 Muss- und Sollkriterien erstellt, der Kriterienkatalog sei anschließend an 27 Länder versandt worden. Engere Gespräche haben es in weiterer Folge mit Deutschland, den USA und Italien gegeben. „Dabei wurde klar, dass die Vereinigten Staaten die spezifischen Anforderungen nicht erfüllen können, auch weil die USA den Typen selbst nicht betreiben und die rechtliche Abwicklung mit einem Nicht-EU-Land schwierig ist.” Deutschland sei aufgrund „unterschiedlicher Beschaffungslinien” und „unterschiedlicher Auffassungen was die Wartung der Maschinen betrifft” ausgeschieden. Die Entscheidung sei damit klar auf Italien gefallen. „Italien konnte uns sehr schnell zusichern, dass sie alle Forderungen erfüllen können”, so Verteidigungsministerin Tanner. „Die einzige Empfehlung des Generalstabs war es, die Beschaffung gemeinsam mit Italien durchzuführen und ich habe den Generalstab deshalb damit beauftragt, in Verhandlungen mit Italien einzutreten.”

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Generalstabschef Robert Brieger betonte anschließend die „zeitgerechte Entscheidung” der Nachfolgelösung. „Damit bleibt genügend Zeit für die Verhandlungen und den Zulauf der Geräte. Ziel ist es, dass noch vor dem Ausscheiden der Alouette III mit dem Zulauf begonnen und mit dem Ausscheiden bereits eine erste Einsatzbereitschaft hergestellt werden kann. Dadurch entsteht keine Fähigkeitslücke.”

Zur Frage der Bewaffnung erwähnte Brieger unterschiedliche Varianten für die Luft-Boden-Unterstützung. Er zeigte sich dabei zuversichtlich, dass ab Mitte der 2020er-Jahre auch zumindest vier entsprechende Einrüstsätze für die neuen AW169-Hubschrauber des Heeres zur Verfügung stehen werden. Wie berichtet sollen zwölf Maschinen in Aigen im Ennstal stationiert werden und sechs weitere Maschinen zu Ausbildungszwecken in Langenlebarn. Laut einer präsentierten Zeitleiste (siehe weiter oben) sollen mit Jahreshälfte 2022 die ersten vier AW169-Drehflügler zulaufen, mit Jahresende 2022 bereits acht neue Hubschrauber in Österreich sein. Die letzten beiden Maschinen sollen dann in der ersten Jahreshälfte 2024 geliefert werden.

Verteidigungsministerin Klaudia Tanner abschließend: „Wir kaufen mit diesem Hubschrauber ein hocheffizientes und modernes Gerät, das nicht nur der Sicherheit unserer Soldaten dient, sondern der Sicherheit der gesamten Bevölkerung. Wir investieren damit in die Sicherheit Österreichs.”

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