Das Zentrum für menschenorientierte Führung und Wehrpolitik publiziert einen Teil seiner Forschungsergebnisse seit vergangenem Jahr im „Trend Radar“. Ab heuer erscheint die Publikationsreihe viermal jährlich.

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DIe aktuelle Ausgabe des Trend Radar ist vor wenigen Tagen erschienen.

Seit 2016 erhebt das Zentrum für menschenorientierte Führung und Wehrpolitik (ZMFW) der Landesverteidigungsakademie im Rahmen von Mitarbeiterbefragungen die „innere und soziale Lage” des Bundesheeres. Dabei werden sozialwissenschaftlich abgesicherte Erkenntnisse über die personelle Einsatzbereitschaft des Bundesheeres gewonnen, um entsprechende Verbesserungspotenziale aufzuzeigen. Inhaltlich geht es um Themen wie Arbeitszufriedenheit und -belastungen, Attraktivität des Arbeitgebers Bundesheer oder die Vereinbarkeit von Familie, Freizeit und Beruf. Die Berichte zum sozialen Lagebild werden jährlich erstellt und sind auf www.bundesheer.at in der Rubrik „wissenschaftliche Publikationen” abrufbar.

Neben der Erhebung dieser „Innensicht” auf das Bundesheer hat das ZMFW auch die Aufgabe, Informationen zur Einstellung der Bevölkerung und zur Werteentwicklung in der Zivilgesellschaft im Sinne einer „Außensicht” zu gewinnen. Zu diesem Zweck führen die Sozialforscher des ZMFW Bevölkerungsbefragungen in Zusammenarbeit mit Meinungsforschungsinstituten durch. Dabei werden insbe­sondere Bedrohungserleben, sicherheitspolitische Einstellungen und das Image des Bundesheeres bei den Österreiche- rinnen und Österreichern erfasst. Um die Aussagekraft der Befragungsdaten zu erhöhen, kooperiert das ZMFW zudem mit Sozialwissenschaftlern der deutschen Bundeswehr und der Schweizer Armee, die ähnliche Befragungen durchführen.

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Auch die ersten beiden im laufenden Jahr erschienenen Ausgaben des Trend Radar beschäftigen sich mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie.

Die Ergebnisse dieser Forschungsarbeiten, in die auch Studien ziviler Forschungseinrichtungen einfließen, bieten vielfältige Einblicke in das Verhältnis der Österreicherinnen und Österreicher zum Bundesheer und zu verteidigungspolitischen Themen. Seit letztem Jahr werden diese in der Publikationsreihe „Trend Radar – kompakte Ergebnisse zur inneren und sozialen Lage” der Landesverteidigungsakademie veröffentlicht.

„Vor allem in den Bereichen Öffentlichkeitsarbeit, Informationsoffizierswesen, Wehrpolitik und Personalgewinnung ist es wichtig, am Puls der Zeit zu sein”, sagt Wolfgang Prinz, einer der Autoren des Trend Radars, und führt weiter aus: „Unsere bisherigen Ergebnisse zeigen einerseits die positiven Entwicklungen in den letzten Jahrzehnten auf. So hat sich das Vertrauen der Bevölkerung in das Bundesheer seit 1990 mehr als verdoppelt.” Der gesellschaftliche Rückhalt des Bundesheeres sei damit grundsätzlich hoch. Andererseits lässt sich auch Handlungsbedarf erkennen: „In der österreichischen Bevölkerung gibt es im Allgemeinen nur ein geringes Bewusstsein für internationale sicherheitspolitische Zusammenhänge. Was das Bundesheer betrifft, sehen wir außerdem, dass wir in puncto Arbeitgeberattraktivität deutlich hinter der deutschen Bundeswehr liegen. Dies liegt beispielsweise daran, dass Jugendliche kaum konkrete Vorstellungen vom Beruf des Soldaten haben”, ergänzt der Sozialforscher. Erkenntnisse wie diese können beispielsweise genutzt werden, um in der wehrpolitischen Bildung verstärkt auf das inter­nationale Geschehen einzu­gehen oder Personalgewin- nungsmaßnahmen effektiver zu gestalten.

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Gerd Hiess, Leiter des Zentrums für menschenorientierte Führung und Wehrpolitik: „Die im Trend Radar publizierten Befragungsergebnisse können eine wesentliche Unterstützung für Kommandanten und Führungskräfte des Bundesheeres darstellen.”

Gerd Hiess, der Leiter des ZMFW, verweist auf weitere Zielgruppen: „Als Kommandant muss ich stets das zivile Einsatzumfeld mitdenken. Die im Trend Radar publizierten Befragungsergebnisse können daher eine wesentliche Unterstützung für Kommandanten und Führungskräfte des Bundesheeres darstellen. Im Zuge der Coronakrise haben wir beispielsweise zeitnah das Bedrohungserleben der Bevölkerung analysiert und die Akzeptanz des Covid-Assistenzeinsatzes erhoben. Die Assistenzkräfte bekommen hierdurch wesentliche Informationen darüber, wie die Bevölkerung zu ihnen steht. Das kann einerseits wichtig für die Motivation der Truppe sein. Andererseits zeigen solche Analysen, bei welchen Bevölkerungsgruppen besonders auf Sensibilität und vertrauensbildende Maßnahmen gesetzt werden sollte.” Hiess weiter: „Auch das Erscheinungsbild des Trend Radars hat viel mit dieser Zielgruppe zu tun. Führungskräfte haben wenig Zeit und können selbst am besten Schlussfolgerungen für den eigenen Verantwortungsbereich ableiten. Das Trend Radar ist daher betont kompakt, faktenorientiert und verzichtet weitgehend auf Interpretationen. Die Ausgaben zur Coronakrise haben darüber hinaus auch gezeigt, dass unsere Analysen nicht nur bei Führungskräften des Bundesheeres, sondern auch in Gremien wie dem staatlichen Krisen- und Katastrophenmanagement bis hin zu Gemeinden und interessierten Bürgern hohen Anklang finden.”

Nicht zuletzt spricht man mit der Publikationsreihe daher auch die interessierte Öffentlichkeit und Forschungseinrichtungen an. „Wir wollen damit auch einen Beitrag zum sicherheitspolitischen Diskurs leisten. Zivile Forschungseinrichtungen befassen sich meistens nur sporadisch beziehungsweise mit einzelnen sicherheitspolitischen Themen. Durch die Kontinuität unserer Befragungen können wir Entwicklungen aufzeigen, Zusammenhänge herstellen und künftig auch Trends analysieren – daher der Titel der Publikationsreihe”, erläutert Wolfgang Prinz.

Das Trend Radar erscheint seit heuer viermal jährlich und ist online auf www.bundesheer.at in der Rubrik „Wissenschaftliche Publikationen” abrufbar. Die Printausgaben können kostenfrei beim Zentrum für menschenorientierte Führung und Wehrpolitik bezogen werden.

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