Australien, Indien und Japan suchen angesicht von Chinas wachsender Expansionspolitik zunehmend den Schulterschluss.

Das jüngst durchgeführte „Malabar”-Manöver kann durchaus als historisch bezeichnet werden. Nachdem bereits Anfang November Seestreitkräfte von Australien, Indien, Japan und den USA beim ersten Teil der Übung in der Bucht von Bengalen gemeinsam trainiert hatten, setzten sie ihre Zusammenarbeit kurz darauf in der nördlichen Arabischen See fort. Erstmals seit 13 Jahren übten damit Marineeinheiten aller vier Länder des sogenannten quadrilateralen Sicherheitsdialogs (Quad) gemeinsam. Experten sehen in diesem Schulterschluss eine Reaktion auf die zunehmend aggressiven Machtansprüche Chinas, das sich zuletzt etwa mit Indien heftige Auseinandersetzungen entlang der gemeinsamen Grenze im Himalaya-Gebiet geliefert hatte und nach wie vor den Ausbau von Militärstützpunkten auf künstlich vergrößerten Inseln im Südchinesischen Meer forciert.

Nachdem Indien und Australien im Vorfeld des Manövers bereits eine Vereinbarung zur gemeinsamen Nutzung von Militärgütern und Logistik trafen, präsentierten die Regierungschefs von Japan und Australien während der Übung gar eine über sechs Jahre hinweg ausverhandelte, Grundsatzeinigung auf eine enge militärische Zusammenarbeit. Die Streitkräfte der beiden Länder sollen künftig verstärkt gemeinsame Manöver veranstalten, es geht aber auch um Stützpunktnutzungsrechte und zumindest zeitweise Truppenstationierungen im jeweils anderen Land. Yoshihide Suga und Scott Morrison brachten bei ihrem gemeinsamen Treffen mit Blickrichtung China auch ihre Sorge über die „Militarisierung umstrittener Landteile und die gefährliche Vorgehensweise von Schiffen der Küstenwache” zum Ausdruck.

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