Der Hersteller der Eurofighter-Abfangjäger hat seit 1. Jänner einen neuen Direktor: Die Gesellschafter des Eurofighter-Konsortiums haben Carlo Mancusi mit Wirkung zum 1. Januar 2022 zum neuen Chief Executive Officer (CEO) der Eurofighter Jagdflugzeug GmbH ernannt.

Carlo Mancusi übernimmt anhand der dreijährigen Rotationspolitik von Herman Claesen, der seit Jänner 2019 CEO in Hallbergmoos war. Der Brite geht zurück zu BAE-Systems, wo er zum Geschäftsführer des Geschäftsbereichs Future Combat Air Systems (damit ist das 6.-Generation-Kampfjetprojekt Tempest gemeint) ernannt wurde. Mancusi kommt von Leonardo nach Bayern, wo er eine Reihe von leitenden Positionen innehatte, zuletzt als Head of the Fighter Line of Business. Dass heißt, er war dort für die Programme Eurofighter und F-35 Lightning-II für die Leonardo Aircraft Division verantwortlich. Jene betreibt in Cameri die einzige europäische Fertigungsstraße für den US-Stealthfighter.
@BAE Systems
Tolle Aus- und Einblicke: Über das große Display bekommen Eurofighter-Piloten alle relevanten Informationen eingespielt.

Mancusi begann seine Karriere bei Leonardo im Jahr 1981 nach einem Abschluss in Ingenieurwesen am Politecnico in Turin. Zu ihm gesellen sich im Vorstand Wolfgang Gammel, der zum Chief Operating Officer Programs ernannt wurde, und Andrew Eddleston, der die Funktion des Chief Operating Officer Capabilities übernimmt. Sie schließen sich den bestehenden Mitgliedern Meinrad Pohl (Director Business Support), Peter Maute (Director Strategy and Marketing) und Gabriel Semelas (Chief Commercial and Financial Officer) an.

Zu seiner Ernennung sagte Carlo Mancusi: „Ich freue mich darauf, dem Eurofighter-Programm beizutreten und es zu leiten. Herman und sein Team im Eurofighter-Vorstand haben zusammen mit allen Kollegen bei Eurofighter und seinen Partnerorganisationen, NETMA und Kunden gemeinsam Großartiges geleistet. Darauf müssen wir jetzt aufbauen.”
Leonardo federführend
Dieser „Aufbau” wird sich primär auf die weitere Verwirklichung des E-Scan AESA-Radars für das meistproduzierte europäische Kampfflugzeug der 4. Generation konzentrieren. Das Tochterunternehmen von Airbus Defence & Space hat mehrere Aufträge erhalten, in den nächsten Jahren die P3Ec-Kapazitätserweiterung um das neue Radar (samt neuem Single-Display Cockpit) für die Lieferung von 38 Quadriga-Jets für Deutschland sowie 20 Tranche-4 Flugzeugen für Spanien (siehe Bericht) umzusetzen.
Im Lichte dieser künftigen Hauptaufgabe passt es gut, dass Mancusis bisheriger Dienstgeber bereits die Entwicklung und Lieferung der sogenannten ECRS Mk0- und ECRS Mk2-Radare für den Typhoon leitet. Leonardo hat Verträge unterzeichnet, um die Entwicklung und Lieferung des E-Scan-Radars des sogenannten European Common Radar System Mk1 (ECRS Mk.1) weiter federführend zu unterstützen. Die Verträge im Wert von mehr als 260 Millionen Euro wurden mit dem deutschen Sensorspezialisten Hensoldt (ehemals Airbus Electronics) unterzeichnet. Hensoldt ist wiederum die Konstruktionsbehörde für das E-Scan-Radar ECRS Mk.1, das von Deutschland und Spanien bestellt wurde.
@Leonardo
Illustration des neuen E-Scan AESA-Radars. Das System soll schon bald in 38 deutschen Quadriga-Jets und 20 Tranche-4-Maschinen der spanischen Luftwaffe verbaut werden.

Leonardo leitet bereits die Entwicklung und Lieferung der ECRS Mk.0- und ECRS Mk.2-Radare des Typhoon. Es dient als Designauthorität für das von Kuwait und Katar bestellte (anfänglich verbaute) ECRS Mk.0 E-Scan-Radar sowie für das von Großbritannien geführte ECRS Mk2-Radar. Von Leonardo kommen hier konkret Entwicklungsarbeiten an neuen Breitbandfähigkeiten sowie Kernteile der Antenne des neuen Radars, genannt Antenna Power Supply & Control (APSC), und seines Prozessors.

Die Italiener – jüngst übrigens beim Kauf der neuen Mehrzweckhubschrauber AW169 G2G-Rahmenvertragspartner Österreichs – werden auch Forschungs- und Entwicklungsarbeiten (F&E) sowie von seinen Einrichtungen in Campi Bisenzio, Palermo, Nerviano und Edinburgh wichtige Antennen-, Prozessor- und APSC-Komponenten für das zuvor genannte ECRS Mk.1 liefern. Mit seiner Expertise als Leiter des EuroRADAR-Konsortiums, das das ECRS Mk.0 herstellt, gibt Leonardo Hensoldt die Möglichkeit, die Führungsrolle für das ECRS Mk.1-Radar zu übernehmen.
Hier geht es zu weiteren Meldungen rund um Airbus Defence and Space und hier zu weiteren Meldungen rund um Leonardo.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here