Rheinmetall ist vom Beschaffungsamt der Bundeswehr mit der Entwicklung einer Schlüsselkomponente für ein zukünftiges Laserwaffensystem beauftragt worden. Ende des zweiten Quartals hat das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) mit der Rheinmetall Waffe Munition GmbH einen Vertrag zur Herstellung eines Laserquellen-Demonstrators geschlossen, der laut offiziellen Angaben „ein Volumen im unteren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich” umfasst.

Der Laserquellen-Demonstrator kann querschnittlich in verschiedenen Projekten eingesetzt werden, um die Laserquellentechnologie für militärische Anwendungen vertiefend zu untersuchen. Als erstes Projekt wird der Laserquellen-Demonstrator zu einer einjährigen Erprobungsphase auf der Fregatte Sachsen der Deutschen Marine eingesetzt.

Der Laserquellen-Demonstrator basiert auf der bei Rheinmetall seit Jahren intensiv untersuchten Technologie der spektralen Kopplung. Eckdaten des Demonstrators sind eine skalierbare Ausgangsleistung von bis zu 20 kW bei sehr guter Strahlqualität. Im Kern besteht der Demonstrator aus zwölf nahezu identischen 2 kW-Faserlasermodulen mit annähernd beugungsbegrenzter Strahlqualität. Die zwölf Faserlasermodule werden über einen Strahlkombiner, einer Baugruppe zur Zusammenführung der Strahlen mehrerer Laserquellen zu einem Gesamtstrahl auf Basis der dielektrischen Gittertechnologie, zu einem Laserstrahl mit sehr guter Strahlqualität gekoppelt.

Die Technologie der spektralen Kopplung hat gegenüber anderen Kopplungstechnologien wie beispielsweise der Geometrischen eine Vielzahl von Vorteilen: geringe Komplexität, hohe Modularität, ein Aufwuchspotential in die Laserleistungsklasse von 100 kW und die Fähigkeit, als passives System mit äußerst geringem Regelungsaufwand zu arbeiten.

Erstmalig in Europa hatte Rheinmetall 2015 während einer Erprobungskampagne in der Ostsee erfolgreich ein Funktionsmuster eines Laserwaffensystems von Bord eines Schiffes gegen Ziele an Land eingesetzt. Im Jahr 2018 haben BAAINBw und Rheinmetall ein Labormuster einer 20 kW-Laserquelle erfolgreich getestet. Die geplanten Versuche in einer militärischen Umgebung und unter einsatznahen Umweltbedingungen sind folglich die nächste Stufe auf dem Weg vom Labor in die Praxis – und dies innerhalb von nur drei Jahren. Dies ist ein großer, notwendiger und herausfordernder Schritt hin zur Einführung zukünftiger Laserwaffensysteme.

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