Nach dem knappen Ja zu neuen Kampfjets (Militär Aktuell berichtete) kommt die Schweiz nun auch bei den im Rahmen des Programms „Air2030” ebenfalls geplanten Luftverteidigungssystemen einen Schritt weiter. Das US-Außenministerium genehmigte den Verkauf von Patriot PAC3+ von Raytheon im Gesamtwert von rund zwei Milliarden Euro.

Laut Pflichtveröffentlichung stimmte das Ministerium dem Verkauf von fünf modernisierten Feuereinheiten des Systems in der Konfiguration 3+ inklusive Ausrüstung zu. Teil des Pakets sind neben Kommunikationsausrüstung, Werkzeugen und Testgeräten sowie Antriebsmaschinen, Generatoren und jeder Menge weiterem Equipment vor allem je fünf AN/MPQ-65 Radargeräte und fünf AN/MSQ-132 Feuerleitstände. Weiters 17 Startgeräte M903, 70 Patriot MIM-104E taktische Flugkörper (GEM-T), sieben Antennenmastanlagen, fünf Strom-Erzeuger-Aggregate (EPP) III und sechs multifunktionale Informationsverteilungssysteme Low Volume Terminal (MIDS-LVT) (11) Block Upgrade Two (BU2).

Das System ist in mittlerweile 17 Ländern Teil der integrierten Luft- und Raketenabwehr und wurde von fünf Armeen auch bereits in mehr als 250 Kampfeinsätzen genutzt. Bei der Abarbeitung des Schweizer Auftrags würde Raytheon mit Mercury Systems und Rheinmetall Air Defence and Radar Systems kooperieren, neben dem US-Produkt steht aber auch noch das Aster-30-SAMP/T-System des Eurosam-Konsortiums zur Wahl.

Interessant sind auch die vom US-Aussenministerium im Rahmen der Pflichtveröffentlichung ebenfalls erteilten Verkaufsgenehmigungen für die in der Schweiz in Frage kommenden Kampfjets. Demnach würde der Kauf neuer F/A-18-Flugzeuge den von der Schweizer Bevölkerung bewilligten Finanzrahmen von sechs Milliarden Franken (rund 5,56 Milliarden Euro) übersteigen. Laut Hersteller Boeing würden 36 vollausgerüstete Super Hornet und vier leere Maschinen insgesamt gut 7,45 Milliarden US-Dollar (rund 6,34 Milliarden Euro) kosten.

Überraschenderweise wäre der Ankauf der moderneren F-35-Kampfjets von Lockheed-Martin deutlich günstiger, 36 vollausgerüstete und vier leere Maschinen sollen 6,58 Milliarden US-Dollar (5,60 Milliarden Euro, 6,04 Milliarden Franken) kosten, was aber immer noch minimal über dem vorgegebenen Finanzrahmen liegt.

Laut Kaj-Gunnar Sievert, Kommunikationschef im Bundesamt für Rüstung (Armasuisse), würde die Kongressbenachrichtigung die maximale Menge an Rüstungsgütern und den Dollarbetrag festlegen, welchen die USA einem Partner anbieten. Für die Schweiz bedeute das, dass der Verkaufspreis nach den abschliessenden Verhandlungen geringer sein wird, als in der Kongressmitteilung publiziert, so Sievert.

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