Oberst Klaus Zweiker übernimmt die Führung des Truppenübungsplatzes Lizum/Walchen. Sein Vorgänger, Oberst Johann Zagajsek, trat mit August in den Ruhestand. Der Truppenübungsplatz Lizum/Walchen ist der höchstgelegene Truppenübungsplatz Europas, bietet für das Bundesheer und internationale Truppen einmalige Übungsmöglichkeiten. Er ist zusätzlich ein willkommenes Naherholungsgebiet der Bevölkerung.

Oberst Zweiker wurde 1965 in Graz geboren. Heute lebt er mit seiner Frau in Absam. Gemeinsam haben sie zwei erwachsene Kinder und bereits ein Enkelkind. Zweiker absolvierte die Ausbildung zum Offizier der Jägertruppe an der Theresiansichen Militärakademie. Seine Erstverwendung nach der Ausmusterung 1987 erfolgte als Zugskommandant im Burgenland. Seine Liebe zu den Bergen zog ihn 1990 nach Tirol. In der 6. Jägerbrigade war er unter anderem lange für die Einsatzplanung und –führung zuständig. Internationale Einsatzerfahrung sammelte er als Kompaniekommandant im Kosovo und als Stabsoffizier in Afghanistan. An der Landesverteidigungsakademie erreichte er die Qualifikation „Master of Arts in Military Leadership” und war zuletzt als stellvertretender Kommandant der 6. Gebirgsbrigade tätig. Zweiker ist Heeresbergführer, staatlich geprüfter Berg- und Schiführer, Flugretter und aktives Mitglied der Bergrettung Hall in Tirol. Er übernimmt nunmehr auch den Vorsitz der Lawinenkommission am Truppenübungsplatz.

In den Verantwortungsbereich des Kommandanten fallen neben Bergen (zum Beispiel Lizumer Reckner 2.886 m, Geier 2.857 m oder Lizumer Sonnenspitze 2.831 m) vor allem 38 Lager- und 72 sonstige Gebäude. Diese Infrastruktur will Zweiker erhalten und teilweise auch erneuern. Der unvergleichliche Charakter und die Schönheit des Gebirgsgeländes liegen ihm dabei sehr am Herzen. Darüber hinaus erwartet den neuen Kommandanten ein spannendes Arbeitsfeld. Der Truppenübungsplatz umfasst ein Gebiet von 52 km² und ist damit der zweitgrößte Truppenübungsplatz Österreichs und flächenmäßig halb so groß wie Innsbruck. Von den jährlich mehreren tausenden Besuchern sind bis zu einem Drittel zivile Gäste. „Mir liegt viel daran, dass alle, die zu uns kommen ein sicheres Umfeld vorfinden und diesen wunderschönen Teil der Tuxer Alpen optimal nutzen können”, erklärt Zweiker.

@Bundesheer/Hörl
Das Hochlager liegt auf 2.000 m und bietet Platz für über 670 Personen.

Der Übungsplatz ist ein bewährter und einzigartiger Trainingsraum für Gebirgstruppen. Zu jeder Jahreszeit können hier militärische Übungen, Scharfschießen und Gebirgsausbildung stattfinden. Gleichzeitig findet ziviler Almbetrieb statt, Hütten des Österreichischen Alpenvereins laden Wander- und Bergbegeisterte ein. Es gibt sogar eine eigene Käserei in der Lizum. Auch Sicherheitsorganisationen wie Bergrettung und Polizei, nutzen die Möglichkeiten des Truppenübungsplatzes gerne. „Durch die militärische Nutzung bestehen neben den alpinen auch andere Gefahren. Während des Scharfschießens dürfen bestimmte Bereiche nicht betreten werden oder es können Blindgänger im Gelände liegen. Wir unternehmen alles, damit eine sichere Nutzung des Geländes möglich ist. Die Besucher müssen sich informieren und die Sicherheitsbestimmungen einhalten”, appelliert der Oberst an jeden, der sich am Truppenübungsplatz bewegt.

Mit seinem Team sieht sich Oberst Zweiker als Serviceleister und möchte sich als verlässlicher Partner für alle Bedarfsträger und Interessensgemeinschaften erweisen. Das bedeutet sehr viel Arbeit für Zweiker und sein Team. Rund 70 Berufssoldaten, Grundwehrdiener und Zivilbedienstete arbeiten ständig auf dem Übungsplatz. Um seine Ziele umsetzen zu können möchte der neue Kommandant noch zusätzliche Mitarbeiter werben. Beschäftigen wird er sie sicherlich können.

Der Festakt der Kommandoübergabe wird Corona-bedingt voraussichtlich erst am 15. Jänner 2021 stattfinden.

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