Die Kampagnen um einen Sitz im UN-Sicherheitsrat dauern oft Jahre und kosten viel Geld, für Kanada endeten die Bemühungen nun aber nach 2010 zum bereits zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit mit einer Niederlage.

Premierminister Justin Trudeau hatte schon 2015 während des Wahlkampfs angekündigt, einen Sitz im Gremium anzustreben, in der Abstimmung hatte Kanada letztlich aber gegenüber Indien, Irland, Mexiko, Norwegen und Kenia das Nachsehen. Von Jänner an werden diese fünf Länder für zwei Jahre Teil des Gremiums sein, das als einziges rechtlich bindende Resolutionen für die 193 UN-Mitgliedsstaaten aussprechen kann.

Während Indien, Irland, Mexiko und Norwegen den Sprung bereits bei der ersten Abstimmung am Mittwoch schafften, musste Kenia noch einen Tag zittern. Im ersten Wahlgang war das Land auf 113 Stimmen gekommen, Konkurrent Dschibuti auf 78 Stimmen. Beide Länder hatten damit die nötige Zwei-Drittel-Mehrheit der abgegebenen 191 gültigen Stimmen verfehlt. Kanada scheiterte mit 108 Stimmen, Norwegen (130 Stimmen) und Irland (128 Stimmen) schafften die Wahl knapp, das beste Wahlergebnis erzielten Mexiko (187 Stimmen) und Indien (184 Stimmen). In der Stichwahl kam Kenia dann auf 129 von 191 Stimmen, Dschibuti nur auf 62.

Sitzungssaal des Sicherheitsrates im UN-Hauptquartier in New York City.

Der Sicherheitsrat besteht aus insgesamt 15 Nationen, von denen fünf – die USA, Russland, China, Großbritannien und Frankreich – ständige Mitglieder mit Veto-Recht sind. Die zehn weiteren Mitglieder werden für jeweils zwei Jahre in das Gremium gewählt, wobei jährlich fünf von ihnen neu bestimmt werden. Mit Jänner 2021 werden Deutschland, Indonesien, Südafrika, die Dominikanische Republik und Belgien von den nun neu gewählten Mitgliedern abgelöst. Mit Jänner 2022 endet dann auch für Estland, Niger, Saint Vincent, Tunesien und Vietnam die Mitgliedschaft.

Gewählt wurde auch ein neuer Vorsitzender der UN-Vollversammlung. Volkan Bozkir aus der Türkei kam auf 178 Stimmen bei elf Enthaltungen. Der frühere Europaminister der AKP wird von Herbst an für ein Jahr das Gremium leiten und folgt auf Tijjani Muhammad-Bande aus Nigeria.

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