Wenige Tage nach den bekanntgegebenen Hyperschalltests von US-Heer und -Marine (Militär Aktuell berichtete) hat nun auch die US-Luftwaffe ihren Part im Wettrüsten um operative Hyperschallraketen eingebracht und eine AGM-183A von Lockheed Martin von einer Boeing B-52 abgeschossen.

Am 8. August wurden unter einer Innenflügelstation einer Boeing B-52H Stratofortress der letzte Trage/Flugtest der luftgestützten Hyperschallwaffe AGM-183A oder „Air-Rapid Response Weapon” (ARRW, ausgesprochen auch „Arrow”) abgeschlossen. Während des Fluges von der Edwards Airbase in Südkalifornien übertrug der Flugkörper erfolgreich Telemetrie- und GPS-Daten an eine Bodenstation in NAS Point Mugu.

Zuvor wurden bereits zwei solche „Captive Carry Tests” unternommen. Der Test verifizierte die Systemintegration mit der Startplattform B-52 und der Telemetrie und übte gleichzeitig Betriebskonzepte, die später in diesem Jahr während des ersten angetriebenen Booster-Testfluges verwendet werden sollen. Laut US Air Force (USAF) soll ARRW bis zum Geschäfts- und Finanzjahr 2022 Erst-Einsatzfähigkeit erreichen, Hauptauftragnehmer ist Lockheed Martin.

@USAF
Die unter der Tragfläche der B-52H montierte AGM-183A ist auch aufgrund ihrer Beschriftung gut zu erkennen.

AGM-183A basiert auf der Waffe „Tactical Boost Glider”, einer gemeinsamen Anstrengung der US-amerikanischen Agentur für fortgeschrittene Verteidigungsforschungsprojekte (DARPA) und der USAF. Es ist konzipiert, um von einem Flugzeug ausgeklinkt zu werden, entweder einer B-52 oder einem der neuen Boeing F-15E(X) Striker. Der Flugkörper benutzt eine Booster-Rakete, um auf eine Gipfelhöhe zu steigen, von wo sich die keilförmige Waffe ablösen und mit +/- Mach 5 zur Erde gleiten würde. Sie soll Gefechtsregion-(„Theatre”)Kommandanten die Möglichkeit zu geben, hochwertige und zeitkritische Ziele zu zerstören und die allgemeinen Fähigkeiten von US-Präzisionsschlagwaffensystemen erweitern, indem sehr kurz Reaktionsschläge gegen schwer verteidigte Landziele ermöglicht werden sollen.

Im Gegensatz zu den Bemühungen Moskaus und Pekings, Hyperschallwaffen (auch) mit Nukleargefechtsköpfen zu entwickeln, beabsichtigt Washington offenbar und nach offizieller Darstellung auf seinen Trägermitteln entweder konventionelle Sprengköpfe oder gar keine solchen zu installieren und stattdessen rein kinetische Gewalt einzusetzen, um die Ziele zu zerstören.

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