Bereits seit 2. November hält das Bundesheer in Österreich bis zu 330 Alpinsoldatinnen und -soldaten, Gebirgsexperten und vier Hubschrauber des Bundesheeres für Lawineneinsätze bereit. Diese speziell für das Hochgebirge ausgerüsteten und ausgebildeten Kräfte stehen für Lawineneinsätze bis mindestens 29. April 2022 zur Verfügung – wenn sie zu einem Assistenzeinsatz angefordert werden.

In Vorarlberg wurde dazu unter der Verantwortung des Militärkommandos ein Lawineneinsatzzug mit etwas mehr als 40 Soldaten und entsprechender Personalreserve gebildet. Der Lawineneinsatzzug besteht aus einer Führungs- und Verbindungsgruppe mit Sanitätspersonal des Jägerbataillons 23, einer Hochgebirgsspezialisten-Gruppe des Jägerbataillons 23 und drei Suchgruppen der Pioniere und Militärmusiker der Stabskompanie und Dienstbetrieb des Militärkommandos.

Unter der Leitung von Major Philipp E. vom Jägerbataillon 23 wurde der Lawineneinsatzzug Vorarlberg am Dienstagmorgen alarmiert. Übungsannahme war der Abgang einer großen Lawine am Vorabend in Gargellen, bei der viele Personen verschüttet wurden. Die Bergrettung hatte bis in die Dunkelheit gesucht und musste wegen akuter Gefahr weiterer Lawinen die Suche in der Nacht abbrechen. Am nächsten Morgen wurde daher das Bundesheer zur Verstärkung angefordert. Die Hochgebirgsspezialisten des Jägerbataillons 23 aus Bludesch und ein Hilfszug gebildet aus der Militärmusik aus Bregenz, rückten mit gesamt 80 Soldaten nach Gargellen aus.

@Bundesheer/Kerschat
Mit Sonden wird nach Verschütteten gesucht.

Inzwischen war eine weitere Lawine abgegangen und hatte einen Teil der Retter verschüttet, so das Übungsszenario. Die Soldaten mussten zuerst die neu Verschütteten mittels Pieps-Suche orten und aus den Schneemasssen ausgraben. Die Sanitäter des Lawineneinsatzzuges kümmerten sich um die Verletzten und bereiteten sie zum Abtransport vor. Mit der Universaltrage 2000 wurden sie aus dem Lawinenbereich zum Landepunkt des Hubschraubers bzw. der Pistenraupe gebracht. Inzwischen unterstützten auch drei Hunde der Bergrettung die Suche.

Die Verschütteten des Vorabends ohne Pieps konnten nur noch mit der Lawinensonde in mühsamer Sondierarbeit und unter großem Zeit- und Personaleinsatz aller anwesenden Soldaten geborgen werden. Das steile Gelände, der tiefe Schnee bis zur Hüfte und der Zeitdruck forderte alle Retter bis zum Äußersten. Es zeigte sich aber, dass die Abläufe am Lawinenkegel und die Zusammenarbeit mit Bergrettung und dem Liftbetreiber hervorragend funktionierten.

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