Wie Ägyptens staatliche Nachrichtenagentur Al-Ahram sowie französische Medien berichten, kauft Kairo weitere 30 Dassault Rafále Kampfflugzeuge aus Frankreich. Beide Länder haben demnach Ende April einen entsprechenden Kaufvertrag unterzeichnet.

In den Berichten heißt es, dass das Geschäft über einen Kredit finanziert werde, der über mindestens zehn Jahre zurückgezahlt werden müsse. Eine Summe wurde nicht genannt, sie soll aber bei etwa 3,75 Milliarden Euro liegen. Ägypten hatte am 16. Februar 2015 zunächst 24 Rafále im Wert von 4,3 Milliarden Euro gekauft, darunter acht Zweisitzer. Deren Lieferung begann noch im gleichen Jahr, die ersten drei Doppelsitzer wurden von einer Lieferung für die französische Armée de l´Air de de l´Espace (AdA) abgezweigt und bereits am 20. Juli 2015 in Istres ausgeliefert. Die Zahl der unter ägyptischen Roundels fliegenden Rafáles erhöht sich somit auf 54, das wird dann die größte Flotte hinter der französischen AdA sein.

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Ägypten betreibt aktuell bereits 24 Rafále-Jets, in Zukunft soll die Flotte 54 Maschinen umfassen.

Laut Jane’s ist mit der ersten Lieferung ein üppiges Waffenpaket geliefert worden. Darunter Safran/MBDAs Armament Air-Sol Modulair (AASM) Hammer (Highly Agile Modular Munition Extended Range) Luft-Boden Flugkörper sowie beide Varianten der MBDA MICA (Missile d’Interception, de Combat et d’Autodéfense) Sichtbereichs- als auch über-den-Horizont (BVR) Luft-Luft-Lenkwaffe. Weiters die MICA (EM) RF mit aktivem Radarsuchkopf, MICA (EM) IR mit Dualband Infrarot-Sucher, MBDA Exocet AM39 Anti-Schiffs-Flugkörper und SCALP (Système de Croisière Autonome à Longue Portée) konventionell bestückte Marschflugkörper. Daher ist der nun kolportierte Preis auch etwas niedriger als jener von 2015, allerdings soll für die ägyptische Luftwaffe nun für rund 200 Millionen Euro auch die neue Mach-3 BVR-Waffe METEOR hinzukommen.

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Zusätzlich zu den Maschinen erhielt Ägypten von Dassault auch ein umfangreiches Waffenpaket.

„Nicht von Meinungsverschiedenheiten abhängig”
In ersten Statements äußerte sich beispielsweise die französische Verteidigungsministerin Florence Parly am Dienstag erfreut über den Verkauf der Jets. Sie nannte Ägypten einen „strategischen Partner” und schrieb auf Twitter: „Dieser Exporterfolg ist wichtig für unsere Eigenständigkeit und den Erhalt von 7.000 Industriearbeitsplätzen in Frankreich über drei Jahre hinweg.” Und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron – in Frankreich hat die Verteidigungsindustrie eine „vertikale” Achse bis zur Staatsführung gleich welcher Coleur – hatte bereits im Dezember nach einem Treffen mit seinem ägyptischen Amtskollegen Abdel Fattah al-Sisi gesagt, er wolle mit Ägypten beim heiklen Thema Menschenrechte „auf Dialog statt auf Boykott” setzen. „Es gibt Meinungsverschiedenheiten, über die man offen redet. Ich würde unsere Zusammenarbeit in Verteidigungs- oder Wirtschaftsfragen aber nicht von diesen Meinungsverschiedenheiten abhängig machen.”

Strategische Partnerschaft
Der neue Vertrag spiegle die strategische Beziehung zwischen Ägypten und Frankreich wider, schreibt Dassault in seiner Medienmitteilung zu diesem Folgeauftrag. Er unterstreiche auch das Vertrauen der höchsten ägyptischen Behörden in Dassault Aviation und ihre Zufriedenheit mit der effektiven Ausführung des ersten Vertrags. „Diese neue Bestellung ist ein Beweis für die uneingeschränkte Bindung, die Ägypten, den ersten ausländischen Nutzer der Rafále wie für die Mirage 2000, seit fast 50 Jahren mit Dassault Aviation verbindet. Es ist auch eine Hommage an die Qualität der Rafále, da dies das zweite Mal ist, dass ein Exportkunde zusätzliche Flugzeuge bestellt. Dassault Aviation und seine Partner möchten den ägyptischen Behörden für dieses neue Vertrauenszeichen danken und ihnen versichern, dass sie sich voll und ganz dafür einsetzen, ihre Erwartungen erneut zu erfüllen”, erklärte Eric Trappier, Vorsitzender und CEO von Dassault Aviation.

Laut diesem Bericht der französischen Verteidigungsseite Meta Defense soll Dassault übrigens auch mit Indonsien über die Lieferung von Rafále-Jets verhandeln, Jakarta war bislang auch Interesse an Österreichs Eurofightern nachgesagt worden.

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