Zugsführer Herbert Meixner arbeitet bei der Staatsdruckerei. Im Frühjahr tauschte er allerdings Zivilbekleidung gegen Uniform und brachte als Miliz-Charge beim Jägerbataillon Wien 2 Kameradinnen und Kameraden bei, wie sie die Echtheit von Identitätsdokumenten feststellen können.

@Sebastian Freiler
In seiner Funktion als Charge im Kommando der 3. Kompanie des Jägerbataillons Wien 2 hat Zugsführer Herbert Meixner im Frühjahr vielen Kameradinnen und Kameraden beigebracht, wie sie gefälschte Dokumente erkennen. Gemeinsam mit dem Designer, der auch den österreichischen Führerschein und Personalausweis gestaltet hat, hat er einen „ID-Checker” (siehe Bild ganz unten) entwickelt, mit dem die Soldaten ganz schnell die wichtigsten Merkmale von Dokumenten wie dem Reisepass abgleichen können.

Herr Meixner, was machen Sie beruflich?
Ich bin Projektmanager bei der Staatsdruckerei und zuständig für offizielle Identitätsdokumente wie Reisepass, Personalausweis und Führerschein. Weiters bin ich im Betriebsratsteam und bei einigen ISO-Gruppen tätig. Zusammen mit dem Bundeskanzleramt und dem Innenministerium arbeiten wir laufend daran, Identitätsdokumente mit modernsten Sicherheitsmerkmalen und in höchster Qualität herzustellen. Unsere Technik muss auf einem so hohen Niveau sein, dass sich Fälscher daran die Zähne ausbeißen.

Profitieren Sie im zivilen Job von Ihren Erfahrungen beim Bundesheer?
Als Projektleiter muss man oft ruhig Blut bewahren und große Projekte mit kühlem Kopf managen. Das habe ich erstmals beim Grundwehrdienst gelernt. „Nicht die Nerven verlieren und durchbeißen“, hat ein Ausbildner gesagt. Noch heute, wenn ich ein Meeting oder einen Vortrag vor hundert Leuten halte, rufe ich mir das in Erinnerung. Der Sager hat mich auch durch zwei Abendstudien getragen.

Als Milizsoldat waren Sie im Covid-19-Einsatz – wie lief das ab?
Ich habe einen Kurs für etwa 100 Soldaten des Jägerbataillons Wien 2 gehalten, die im Mai am Grenzübergang Klingenbach stationiert waren. Ziel war es, ihnen so viel wie möglich über Identitätsdokumente, deren Sicherheitsmerkmale und die einfache und schnelle Kontrolle beizubringen. Denn mit der richtigen Schulung lässt sich die Echtheit eines Ausweises rasch erkennen.

@Sebastian FreilerWie geht es beim Bundesheer für Sie weiter?
Ich war bereits nach meinem Grundwehrdienst bei der Miliz, aber ein paar Tage bevor ich Unteroffizier geworden wäre, musste ich leider abrüsten. Durch meinen jetzigen Job und mein Expertenwissen war ein Wiedereinstieg möglich. Allerdings würde ich mir wieder eine modulartig aufgebaute Miliz-Unteroffiziers-Ausbildung wünschen. In der jetzigen Form ist das mit mit meiner Arbeitssituation nicht vereinbar, obwohl ich mir dafür sogar Urlaub nehmen würde. Ich fahre lieber nach Allentsteig als nach Gran Canaria!

@Sebastian FreilerHier geht es zu den anderen Porträts unserer Serie „Eine(r) von 61.000”.

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